Helvetia wird Investorin für Ostermundiger «Bäre-Tower»

Ostermundigen

Die Bauarbeiten für das Hochhaus auf dem Bärenareal in Ostermundigen beginnen im Oktober. Als Investorin tritt Helvetia Versicherungen auf. Auch die ­Betreiber des Hotels und des Restaurants stehen bereits fest.

Helvetia wird ins ganze Projekt mit allen Nutzungen investieren und auch die Wohnungen über dem Panoramarestaurant realisieren. <i>Visualisierung: PD</i>

Helvetia wird ins ganze Projekt mit allen Nutzungen investieren und auch die Wohnungen über dem Panoramarestaurant realisieren. Visualisierung: PD

Hans Ulrich Schaad

Für die Halter AG sei es ein «ganz wichtiger Tag», sagt Ede I. Andràskay, Geschäftsführer von Halter Entwicklungen. Denn gestern kurz vor Mittag wurde der Vertrag mit Helvetia unterschrieben. Die Versicherung tritt als ­Alleininvestorin für den Bäre- Tower auf, das 100,5-Meter-Hochhaus auf dem Bärenareal in Ostermundigen.

Über die Investitionssumme haben die Parteien Stillschweigen vereinbart. Für Helvetia ist es aber das grösste Einzelprojekt in den letzten Jahren. Damit steht dem Bäre-Tower nichts mehr im Weg, denn die Baubewilligung ist inzwischen rechtskräftig.

«Wir waren vom ersten Moment an vom Projekt begeistert», erklärt Daniel Wehrli, Projekt­leiter von Helvetia. Es liege in einem Gebiet mit grossem Entwicklungspotenzial. So befinde es sich nahe dem Bahnhof. Es würden Gelder aus der Lebensversicherung investiert. Deshalb sei für Helvetia klar gewesen, dass es kein Stockwerkeigentum geben werde. Immobilien müssten langfristig Ertrag abwerfen und nicht nur kurzfristig.

Der Bäre-Tower (links) wird auch das Swisscom-Hochhaus (r.) in den Schatten stellen: Daniel Wehrli (l.) von ­Helvetia Versicherungen und Ede I. Andràskay (Halter Entwicklungen). Foto: Raphael Moser

Strategiewechsel

Die Halter AG hatte in der Vergangenheit gut 100 der 153 Wohnungen als Eigentum vorgesehen und diese beworben. Für rund 70 davon habe es bereits Interessenten gegeben, sagt Ede Andràskay. Aber diese Vorreservationen seien unverbindlich gewesen. Es sei nachvollziehbar, dass diese Leute, sie wurden letzte Woche informiert, enttäuscht seien. Aber mit Blick auf das ganze Projekt sei es auch besser, wenn es keine komplexen Besitzverhältnisse gebe.

Wehrli und Andràskay sind überzeugt, dass sich Mieter finden werden. «Wohnen im Hochhaus ist gefragt», sagt Andràskay. Die Mietpreise seien noch nicht definiert, ergänzt Wehrli. Aber sie würden sich eher im mittleren bis oberen Segment befinden, je höher oben, desto teurer. Die Wohnungen werden rund ein Jahr vor der Fertigstellung auf dem Markt angeboten. Mit möglichen Interessenten für die Gewerbefläche sind Verhandlungen im Gang.

Erste Ankermieter

Die Halter AG konnte gestern bereits zwei wichtige Ankermieter bekannt geben. Die Sportgastro AG, eine Schwestergesellschaft des SC Bern, wird das Restaurant im neunten Stock führen. Das Hotel geht an Harry’s Home. Diese Kette aus Österreich betreibt ein sogenanntes Hybridhotel. Die 116 Zimmer haben einen unterschiedlichen Standard, zwischen einfachem Hotelzimmer und kleiner Wohnung.

Ostermundigens Gemeindepräsident Thomas Iten (parteilos) ist froh, dass es endlich losgeht und nicht nur darüber gesprochen und spekuliert wird: «Es ist ein wichtiges Projekt für die ganze Region.» Es folge dem Grundsatz der inneren Verdichtung, wobei er sich bewusst sei, dass es eine besondere Dimension habe.

Den strategischen Entscheid der Investorin, nur Mietwohnungen anzubieten, nehme er zur Kenntnis, ergänzt Iten. Er habe noch nicht berechnet, was für die Gemeinde Ostermundigen besser sei. Vielmehr weist er auf zwei andere wichtige Teile des Projekts hin: das geplante Ärztezentrum und das Hotel. So sei der Hotelbetrieb ein Steilpass für die weitere Entwicklung des Bernexpo-Gebiets.

So geht es weiter

Der Landgasthof Bären ist seit Ende letzter Woche geschlossen. In den nächsten Wochen würden Räumungsarbeiten stattfinden, sagt Ede Andràskay. Am 10. Oktober ist offizieller Baustart. An diesem Tag beginnt der Rückbau der bestehenden Gebäude, Anfang 2019 erfolgt der Aushub.

Andràskay rechnet mit einer Bauzeit von rund drei Jahren, sodass der Bäre-Tower im Spätherbst 2021 bezugsbereit sein wird. Die Arbeiten am Hochhaus sind mit jenen des Trams nach Ostermundigen koordiniert, damit sich diese nicht überschneiden sollten.

Berner Zeitung

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