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Heime bleiben von Tiergeschenken verschont

Tiere sind ein denkbar schlechtes Weihnachtsgeschenk – das haben mittlerweile die meisten Menschen begriffen. Wie eine Umfrage bei den Berner Tierheimen zeigt, wurden bisher noch keine unerwünschten Geschenke abgegeben.

Süss, aber ungewollt: Zu Weihnachten geschenkte Tiere landen oft im Heim. In der Region Bern geht der Trend aber zurück.
Süss, aber ungewollt: Zu Weihnachten geschenkte Tiere landen oft im Heim. In der Region Bern geht der Trend aber zurück.
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Zugegeben: Kaum etwas wünscht man sich als Kind mehr als einen pelzigen Begleiter. Sei das nun eine Katze, ein Hund oder ein ­Nagetier. Haustiere stehen auf Wunschlisten immer noch weit oben. Dabei sind Vierbeiner ein denkbar schlechtes Weihnachtsgeschenk – zumindest wenn es nicht von den eigenen Eltern kommt. Denn Tiere bringen nicht nur viel Vergnügen mit sich, sondern auch jede Menge Verantwortung.

Auch aus finanzieller Sicht ist ein Haustier nicht zu unterschätzen. Viel zu oft kommt es deshalb vor, dass ein solches ungewolltes Geschenk nach ­kurzer Zeit wieder ins Tierheim ­wandert. Nicht so in der Region Bern: Wie eine Umfrage bei verschiedenen Tierheimen zeigt, werden immer weniger Tiere zu Weihnachten verschenkt. In keinem von dieser Zeitung kontaktierten Heim wurde bisher ein Tier zurückgegeben. «Die Leute scheinen sich mittlerweile bewusst zu sein, dass Tiere kein geeignetes Weihnachtsgeschenk sind», sagt Myrta Rieder vom Tierheim Oberbottigen.

Das Tierheim gehört zum Berner Tierschutz und ist damit direkt mit der kantonalen Meldestelle für Findeltiere verbunden. Falls irgendwo eines gefunden oder vermisst wird, würde Rieder also darüber informiert werden, da jedes Tier aus dem Heim vor der Abgabe gechipt wird. Bisher sei ihr aber noch kein Fall bekannt, dass dieses Jahr ein Tier zurückgegeben oder ausgesetzt worden sei.

Der Trend geht zurück

Dies sei aber nicht immer so gewesen, erinnert sich Rieder. Früher seien nach den Festtagen noch vermehrt Tiere zurück­gegeben worden. Deshalb würde das Heim Oberbottigen mittlerweile auch keine Tiere mehr vor Weihnachten abgeben, auch nicht, wenn diese vor Weihnachten reserviert worden seien. Auch dann müssen die Interessenten bis zur ersten Neujahrswoche warten. «Wir informieren ausserdem regelmässig auf Facebook darüber, dass sich Tiere nicht als Weihnachtsgeschenk eignen.»

Eine komplette Entwarnung will Rieder dennoch nicht geben: «Vielen Haltern wird erst nach mehreren Monaten bewusst, dass sie ein solches Geschenk gar nicht haben wollen. Es könnten also in den kommenden Wochen immer noch Tiere abgegeben werden.»

Bei vielen der befragten Heime ist zu vernehmen, dass der Trend von Haustieren als Weihnachtsgeschenk zurückgegangen sei. An einigen Orten wurde gar seit Jahren kein Tier mehr nach der Weihnachtszeit zurückgebracht, wie etwa im Katzenheim Pro ­Animali in Mühleberg. «In den 27 Jahren, in denen ich hier arbeite, ist noch nie eine Katze retourgebracht worden», freut sich Leiterin Wilja Egli.

Der richtige Zeitpunkt

Im Gegensatz zu vielen anderen Tierheimen findet Egli auch Positives daran, ein Haustier zu Weihnachten zu verschenken: «Die meisten Leute haben über Weihnachten und Neujahr mehrere Wochen frei. Deshalb sei diese Zeit eigentlich gut dazu, ein Tier in der Familie aufzunehmen – dann kann man ihm nämlich genügend Zeit zukommen lassen.» Voraussetzung sei es natürlich, dass die Anschaffung des neuen Familienmitglieds gut überdacht sei.

Im Katzenheim werde deshalb auch kein Tier vermittelt, ohne den Haltern vorher genauer auf den Zahn zu fühlen. «Generell geben wir nur Tiere an Leute ab, die sie selbst halten wollen. Wer eine Katze verschenken will, erhält von uns erst gar keine.»

Auch der Schweizer Tierschutz (STS) macht regelmässig darauf aufmerksam, dass man keine Tiere unbedacht verschenken soll – nicht nur zu Weihnachten, sondern auch nicht zu anderen Anlässen wie etwa zum Geburtstag. Die Organisation widerspricht jedoch Egli, was den Zeitpunkt anbelangt: «Die stressigen Feiertage sind eine denkbar ungünstige Zeit zur Eingewöhnung – das Tier würde es unnötig schwer haben.» Stattdessen empfiehlt der STS, sich den pelzigen Begleiter erst zur «ruhigen Zeit nach den Festtagen» nach Hause zu holen.

Die Tierheimbetreiber sind sich einig: Erst wenn die Anschaffung gut durchdacht und der Zeitpunkt richtig gewählt ist, kann ein Tier als Geschenk Freude bereiten.

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