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Heimatschutz zeichnet Köniz mit Wakkerpreis aus

Eine Berner Vorortsgemeinde erhält den renommierten Wakkerpreis des Schweizer Heimatschutzes. Köniz wird wegen der vorbildlichen Siedlungsentwicklung geehrt, die für Agglomerationsgemeinden Modellcharakter habe.

Das Gemeindehaus Köniz mit der entworfenen Erweiterung.
Das Gemeindehaus Köniz mit der entworfenen Erweiterung.
Keystone
Das Schulhaus Steinhölzli.
Das Schulhaus Steinhölzli.
Keystone
2010: Sanierung des Schulhaus Steinhölzli.
2010: Sanierung des Schulhaus Steinhölzli.
Andreas Blatter
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Die Gemeinde Köniz wird vom Schweizer Heimatschutz für ihre Siedlungsentwicklung ausgezeichnet. Ihre wichtigsten Vorzüge seien eine klare Abgrenzung zwischen dem Siedlungsgebiet und der Kulturlandschaft, eine Verkehrsplanung, die auf der Koexistenz aufbaut, ebenso wie die Bewahrung der Identität der verschiedenen Ortsteile, wie der Schweizer Heimatschutz mitteilt.

Wie bereits 2011 stehe bei der Vergabe des Wakkerpreises auch in diesem Jahr das Thema Agglomeration in den Mittelpunkt, wie der Heimatschutz weiter mitteilt. Köniz zeichne sich durch seine langjährige hervorragende Planung aus, die unter Mitwirkung der Bevölkerung entwickelt worden sei. Dabei zeige Köniz neue Wege auf zur Bewältigung der Herausforderungen, die sich im Zusammenhang mit der Mobilität, der Verdichtung und der Bewahrung der natürlichen Räume stellen. Die geschützten Weiler in Köniz zeigen zudem, wie traditionelle Siedlungsformen bewahrt werden können.

Schützenswerte Dörfer

Mit der Revision der Ortsplanung von 1994 wurde ein erster wichtiger Grundstein für den Erfolg der Gemeinde gelegt: Dabei seien einerseits 337 Hektaren Bauland ausgezont und als Agrarland freigestellt worden. Andererseits habe die Ortsplanung Rücksicht auf das Inventar schützenswerter Ortsbilder der Schweiz (ISOS) genommen, in dem Weiler wie Herzwil, Liebewil und Mengestorf aufgenommen sind.

Seit 2008 wende die Gemeinde zudem eine Mehrwertabschöpfung bei Ein- und Umzonungen an, wie dies auch in der vom Schweizer Heimatschutz mitinitiierten Landschaftsinitiative verlangt werde. All diese Massnahmen wurden und werden von der Bevölkerung unterstützt und mitgetragen.

Köniz steuerte gezielt

Mit Hilfe der erwähnten Planungsinstrumente sei es Köniz gelungen, gezielt Architektur zu fördern und die Ortsplanung zu steuern. So sei zum Beispiel das Ortszentrum schrittweise umgestaltet und aufgewertet worden. Projekte wie etwa die Überbauung Bläuacker, die auch das Gemeindehaus umfasst, die Umgestaltung der Schwarzenburgstrasse oder auch der Liebefeld-Park hätten das Zentrum gestärkt.

Zudem beweisen die Wohnüberbauungen Dreispitz, Neumatt/Weissenstein, Buchseeweg oder auch Ried W2 in Niederwangen, dass sich Dichte und Qualität durchaus verbinden lassen. Erwähnenswert seien auch die zahlreichen gelungenen Umbauten oder Restaurierungen. Beispiele dafür sind das Areal der ehemaligen Vidmar-Fabrik, das heute unter anderem vom Stadttheater Bern genutzt wird, oder auch die Sanierung der Schulanlage Steinhölzli.

Attraktivität von Agglomerationsgemeinden

Mit der Verleihung des Wakkerpreises 2012 an Köniz wolle der Schweizer Heimatschutz die Behörden ermuntern, ihre langjährigen Bemühungen fortzusetzen und insbesondere raumplanerisch problematische Sektoren wie etwa die Region Wangental, die von der grossen Transitachse Genf–Zürich durchschnitten wird, aufzuwerten. Grundsätzlich rufe der Schweizer Heimatschutz alle Agglomerationsgemeinden dazu auf, ihre Entwicklung sorgfältig zu planen, um als Wohn- und Arbeitsort attraktiv zu bleiben.

Nicht zuletzt aus diesem Grund seien im vergangenen Jahr die neun Gemeinden von Lausanne West, die sich ebenfalls durch eine umsichtige Planung hervortun, mit dem Wakkerpreis ausgezeichnet worden. Die offizielle Preisübergabe findet am 23. Juni 2012 im Rahmen einer öffentlichen Feier statt.

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