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Heikle Arbeiten am Denkmal

Die BLS erneuert bis Ende 2021 den Saaneviadukt komplett und baut ihn auf Doppelspur aus. Die Arbeiten am fast 120 Jahre alten historischen Bauwerk kosten rund 50 Millionen Franken.

Die Grossbaustelle an der Bahnstrecke Bern–Neuenburg aus der Vogelperspektive: Der Damm wird verbreitert, der Viadukt für die Sanierung vorbereitet.
Die Grossbaustelle an der Bahnstrecke Bern–Neuenburg aus der Vogelperspektive: Der Damm wird verbreitert, der Viadukt für die Sanierung vorbereitet.
Raphael Moser

Das Bahnunternehmen BLS spricht von einem der spektakulärsten denkmalgeschützten Objekte in seinem Besitz: dem 400 Meter langen Saaneviadukt bei Gümmenen. Das Bauwerk, das die Saane und den Talboden in einer Höhe von rund 23 Metern quert, hat aber mittlerweile knapp 120 Jahre auf dem Buckel.

Das Mauerwerk des Natursteinviadukts weist Frost- und Fugenschäden auf. Die Stahlfachwerkbrücke direkt über der Saane erreicht das Ende der Lebensdauer.

Die BLS begann 2003 mit der Projektierung für die Sanierung und den Ausbau auf eine Doppelspur, 2013 lag das Siegerprojekt vor, im vergangenen März die Baubewilligung.

«Ein Vorhaben an einem Baudenkmal von nationaler Bedeutung ist sehr herausfordernd», sagt Projektleiter Hannes Kobel bei einem Rundgang auf der Grossbaustelle.

So war eine Vorgabe der Denkmalpflege, dass der Viadukt auf der Südseite keine visuelle Änderung erfahren darf.

Platz für zweites Gleis

Das Projekt sieht vor, die Stahlfachwerkbrücke zu ersetzen, die Pfeiler und Gewölbe des Viadukts instand zu stellen, den Betontrog mit dem Gleis durch einen breiteren auszutauschen sowie den Bahndamm auf der Seite Gümmenen aufzuschütten, um ein zweites Gleis einzubauen.

Um Platz für die Doppelspur zu schaffen, muss der Hangeinschnitt auf der Ostseite verbreitert werden.

«Ein Vorhaben an einem Baudenkmal von nationalerBedeutung ist sehr herausfordernd.»

Hannes KobelProjektleiter BLS

In vollem Gang ist die Verbreiterung des Dammes um bis zu 8 Meter. Das Material wird aus Rosshäusern hergefahren.

Es war beim dortigen Tunnelneubau deponiert worden. Die Südseite des Bahndammes ist wegen seiner Neigung und seiner Besonnung als Trockenstandort von nationaler Bedeutung eingestuft und darf nur sehr beschränkt verändert werden.

Die wichtigsten Arbeiten werden während einer fünfwöchigen Streckensperrung im Sommer 2020 ausgeführt.

In diesem Zeitfenster ersetzt und verbreitert die BLS den Betontrog auf dem Viadukt auf beiden Seiten um je 3,4 Meter. Die 90 Betonelemente, je 55 Tonnen schwer, werden mit einem Kran hochgehievt.

Ein Wermutstropfen

Im gleichen Zeitraum wird die alte Stahlfachwerkbrücke als Ganzes entfernt. Sie wiegt rund 240 Tonnen. «Es ist ein Wermutstropfen im Projekt, dass die alte Stahlbrücke verschwindet», erklärt Hannes Kobel.

Die neue Brücke wird vor Ort zusammengesetzt und anschliessend auf ein Gerüst parallel zur alten Brücke gehoben. Bevor sie eingeschoben wird, erhält sie den Betontrog.

Auf der Seite Mauss wird der Hang auf einer Länge von 150 Metern abgetragen. Die 15'000 Kubikmeter werden im Mädersforst abgelagert, dort, wo der Kies für den Rosshäuserntunnel abgebaut worden ist.

Dank der Synergie zwischen diesen beiden Projekten kann die BLS Kosten in Millionenhöhe einsparen. Die Erneuerung des Saaneviadukts ist aktuell mit rund 50 Millionen Franken budgetiert.

Arbeiten im und am Wasser

Die Arbeiten seien im Zeitplan, sagt Hannes Kobel. Die Bewährungsprobe komme aber erst im Sommer 2020, in der fünfwöchigen Intensivbauphase. Eine besondere Herausforderung ist zudem das Bauen am und teilweise im Wasser.

So muss in der Saane ein Fundament gelegt werden, um das Gerüst für die neue Stahlbrücke darauf abzustellen. Eine Vorgabe ist deshalb, dass bei einem drohenden Hochwasser in der Saane Arbeiter und Maschinen innerhalb von 30 Minuten in Sicherheit gebracht werden können.

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