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Hausbesetzer sind im ehemaligen «Erzbierschof» vorerst geduldet

Die Eigentümerin des illegal besetzten Hauses an der Könizstrasse lässt noch offen, ob sie gegen die Besetzergruppe Anzeige erstattet. Die Gemeinde hält sich zurück.

Die Liegenschaft an der Könizstrasse 276 soll verkauft werden. Die Besetzer haben etwas dagegen. Karte: Google Maps

«Pizzeria Anarkia» – so nennt sich das Kollektiv, das in der Nacht auf vergangenen Freitag das leer stehende Haus an der Könizstrasse 276 illegal besetzt hat. «Wir kreieren eine vielfältige Kulturstätte, eine Kreativwerkstatt, ein Ideenlabor, Ateliers und einen Treffpunkt», teilte die Gruppe am Wochenende mit.

Das Gebäude, in dem zuletzt eine Pizzeria sowie die in Konkurs ge­gangene Erzbierschof-Bar ein­gemietet waren, gehört einer ­Firma namens Caprise Living AG mit Sitz im Kanton Zug. Sie hat die Liegenschaft Ende Oktober gekauft.

Die Hausbesetzer werfen der Immobilienfirma vor, dass diese das Gebäude einzig mit der Absicht erworben habe, den richtigen Zeitpunkt abzuwarten, um es dann gewinnbringend wieder abzustossen.

Währenddessen stehe der Raum aber leer und sei für das Quartier unzugänglich. «Diese Vorgehensweise akzeptieren wir nicht», legitimierte das Kollektiv die Besetzung in ihrem Schreiben.

Nicht Sache der Gemeinde

Bei der Eigentümerin ist die Verärgerung gross. «Wir haben mit Schrecken von der Besetzung Kenntnis genommen», sagt ein Sprecher der Caprise Living AG auf Anfrage. Die Anschuldigung des Besetzerkollektivs, die Eigentümerin betreibe Immobilienspekulation, sei falsch. «Wir haben die Liegenschaft vor kurzem an ein Start-up vermietet», so der Sprecher. Wegen der Besetzung könne das Unternehmen die Räumlichkeiten nun nicht wie geplant beziehen.

Ob die Eigentümerin Anzeige erstatten wird, liess der Sprecher der Immobilienfirma noch offen. Laut der Kantonspolizei Bern ist bis am Montagnachmittag keine Anzeige eingegangen.

Die Gemeinde Köniz hält sich aus der Sache raus, da die Angelegenheit «nicht in der Gemeindekompetenz» liege, wie der neue Könizer Liegenschaftsdirektor Thomas Brönnimann (GLP) auf Anfrage sagt.

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