Hauptstadtregion kritisiert SRG-Pläne

In einem Brief an Bundesrätin Doris Leuthard und SRG-Verwaltungsratspräsident Jean-Michel Cina kritisiert der Verein Hauptstadt­region Schweiz die Konzen­trationspläne der SRG scharf.

Christoph Ammann (links) und Jean-Michel Cina.

Christoph Ammann (links) und Jean-Michel Cina.

(Bild: Raphael Moser / Keystone)

Christoph Hämmann

Es hat ein bisschen gedauert, doch nun meldet sich die Hauptstadtregion Schweiz dezidiert zu den Plänen der SRG, eine Verlegung der Informationsabteilung Radio von Bern nach Zürich zu prüfen: Die Institution – ein Zusammenschluss der Kantone Bern, Freiburg, Wallis, Neuenburg und Solothurn sowie von Städten, Gemeinden und Organisationen in dieser Region – schrieb Bundesrätin Doris Leuthard (CVP), dass sie dieses Vor­haben «nicht akzeptiere».

Die Hauptstadtregion Schweiz wehre sich «mit aller Vehemenz» gegen die Pläne, die «dem Service-public-Gedanken wie auch dem politischen Willen der Bevölkerung» widersprächen.

Verlangt wird nicht nur Besitzstandswahrung, sondern ein Ausbau des Standorts Bern: «Die Hauptstadt­region verlangt vom Bund ein klares Bekenntnis zum Standort Bern als nationales Zentrum, in dem ein Kompetenzzentrum Radio in der Hauptstadtregion geschaffen wird – analog zum Zentrum Fernsehen in Zürich und dem Zentrum Kultur in Basel.»

Unterzeichnet ist der Brief vom Berner Regierungsrat Christoph Ammann (SP) und dem Freiburger Stadtammann Thierry Steiert (SP), den beiden Co-Präsidenten der Hauptstadt­region Schweiz.

«Wie überall sonst»

Ein zweites Schreiben an den SRG-Verwaltungsratspräsidenten Jean-Michel Cina haben neben Ammann und Steiert zahlreiche Politikerinnen und Poli­tiker aus der Hauptstadtregion unterzeichnet, darunter der versammelte Berner Gemeinderat.

Sie zeichnen als «Komitee für einen vielfältigen Medienplatz Schweiz» und legen dar, dass ein Umzug des Radiostudios von Bern nach Zürich «weitreichende Konsequenzen» für die national und regional verankerte Medienberichterstattung hätte.

Die breite regionale Verankerung der SRG sei wie die Qualität der Radioprogramme «ein entscheidender Ablehnungsgrund» bei der No-Billag-Initiative gewesen, schreibt das Komitee. «Wie in allen anderen europäischen Ländern» gehöre die politische Information in die Hauptstadt.

«Das Bundeshausstudio allein reicht dazu bei weitem nicht aus.» Ein weiteres Argument für den Standort Bern: Die Hauptstadtregion bündle über die formelle Politik hinaus alle Akteure des politischen Systems.

«Alternativen auf den Tisch»

Das Komitee bezweifelt, dass mit einer Zentralisierung in Zürich «ein entscheidender Spareffekt» erzielt werden könne. Wie diese Zeitung berichtete, ist dies auch SRG-intern umstritten, sofern es überhaupt bereits untersucht worden ist. Das Komitee «ersucht den SRG-Verwaltungsrat, Alternativen auf den Tisch zu legen».

Berner Zeitung

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