Hat die Brandwache nicht aufgepasst?

Bern

Ein Mitarbeiter der Räblus musste die Berner Feuerwehr nach dem zweiten Brandausbruch alarmieren. Dabei war die Brandwache bereits vor Ort. Dies behauptet ein Insider. Die Feuerwehr hüllt sich in Schweigen.

Abgesperrt: Das ausgebrannte Restaurant Räblus am Schmiedenplatz blieb auch gestern geschlossen. Im Innern es historischen Gebäudes suchten die Brandfahnder nach den Ursachen der Feuersbrunst vom Sonntagmorgen.

Abgesperrt: Das ausgebrannte Restaurant Räblus am Schmiedenplatz blieb auch gestern geschlossen. Im Innern es historischen Gebäudes suchten die Brandfahnder nach den Ursachen der Feuersbrunst vom Sonntagmorgen.

(Bild: Jürg Spori)

Am Montag, ein Tag nach der Feuersbrunst in seinem Lokal, steht Räblus-Wirt Vincent von Wattenwyl hinter den Absperrgittern auf dem Schmiedenplatz. Während des Grossbrandes war er mit seiner Familie in den Ferien in Mallorca. «Ich buchte den ersten Flug und bin am Sonntagabend in Bern eingetroffen», erzählt er vor seiner Räblus und blickt ungläubig zum ausgebrannten Dachstock. Von Wattenwyl tigert hinter den Absperrgittern hin und her und beobachtet, wie Brandfahnder das Gebäude unter die Lupe nehmen. «Obwohl ich extra meine Ferien abgebrochen habe, darf ich nicht hinein», sagt er. Die Bilder und die Kommoden aus dem verwüsteten zweiten Stock, wo von Wattenwyl sein Büro hatte, wurden in die nahe Französische Kirche gebracht.

«No Comment»

Ein Insider behauptet gegenüber dieser Zeitung, dass die Brandwache am Sonntag zuerst gar nicht gemerkt habe, dass der Brand wieder ausgebrochen sei. Ein Mitarbeiter der Räblus hätte sie darauf aufmerksam machen müssen.

Feuerwehrmänner rollen vor dem historischen Gebäude rote Schläuche auf. Auf Fragen dieser Zeitung sind sie sehr zugeknöpft. Berufsfeuerwehr-Offizier Martin Tschumi verweist freundlich, jedoch bestimmt auf die Kantonspolizei. Auch Urs Gugger, Medienchef der Berufsfeuerwehr Bern, wimmelt am Telefon ab: «Ich muss für Auskünfte an die Polizei oder ans Untersuchungsrichteramt verweisen», sagt er.

Grosser Schaden

Das Dezernat Brände und Explosionen der Kantonspolizei Bern hat gestern die Ermittlungen weitergeführt. Diese dürften längere Zeit in Anspruch nehmen. Nach ersten Schätzungen ist ein Sachschaden von mehreren Hunderttausend Franken entstanden. Aufgrund der grossen Zerstörung dürften die Arbeiten längere Zeit in Anspruch nehmen. Das Gebäude bleibt voraussichtlich für mehrere Tage gesperrt. Die Ursache des Brandes ist zurzeit offen, es wird in alle Richtungen ermittelt.

Räblus brannte 2009

Bereits im Juni 2009 war es in der Räblus wegen umgekippter Kerzen zu einem Brand gekommen. Das Feuer konnte damals durch Angestellte jedoch rasch gelöscht werden.

Berner Zeitung

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