Hallenbad: Minus ein Standort

Bern

Das Areal des Sportinstituts der Uni Bern fällt als Standort für eine neue 50-Meter-Schwimmhalle weg. Die Stadt favorisiert das Gelände bei der alten Buswendeschleife im Neufeld. Das tangiert den Tennisclub.

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Bei den aktuell hochsommerlichen Temperaturen zieht es zwar die wenigsten ins Hallenbad. Unbestritten ist aber, dass die Stadt Bern möglichst rasch mehr gedeckte Wasserfläche benötigt. Geplant ist eine neue 50-Meter-Schwimmhalle. Nun kristallisiert sich heraus, wo der Millionenbau aus Sicht der Planer am einfachsten zu realisieren wäre: Bei der alten Wendeschleife des 11er-Busses, wo sich heute die Plätze des Tennisclubs Neufeld befinden.

Vom Tisch ist dafür eine andere Neufeld-Variante: Das Areal des Instituts für Sportwissenschaften der Uni Bern. Diese Variante wird in zwei am Montag veröffentlichten Antworten des Gemeinderats zu Vorstössen nicht mehr aufgeführt. Auf Nachfrage bestätigt der Generalsekretär der Sportdirektion BSS diese Vermutung. Auf dem Areal des Sportinstituts zu bauen, wäre für die Stadt «mit zu vielen Fragezeichen und finanziellen Risiken verbunden», sagt Sven Baumann. Das Gelände des Sportinstituts war Anfang Jahr als Standort ins Spiel gebracht worden, weil es vom Kanton umgebaut wird.

Politisch nach wie vor offen

BSS-Generalsekretär Baumann betont, dass politisch nach wie vor kein Entscheid gefallen sei. Auch in ihren Vorstossantworten hält die Regierung fest, dass noch immer zwei Standorte für die neue Schwimmhalle infrage kämen: das Areal der Sportanlagen Neufeld oder das auf der anderen Seite der Neubrückstrasse liegende Mittelfeld – heute eine grüne Wiese, die aber im Rahmen des Projekts Viererfeld überbaut werden soll. Beide Standorte hätten ihre Vor- und Nachteile, die es nun abzuwägen gelte. Ursprünglich war der Standortentscheid für dieses Frühjahr in Aussicht gestellt worden.

Auf dem Neufeld hat die Fachdirektion einen klar favorisierten Standort: «Aus unserer Sicht würde man das Hallenbad am besten bei der alten Buswendeschleife bauen», sagt Baumann. Er legt Wert auf die Feststellung, dass diese Einschätzung eine fachliche und keine politische sei.

Klar ist auch, dass diese Variante nur möglich ist, wenn die Burgergemeinde und der Tennisclub Neufeld Hand bieten. Dessen ist sich die Stadtregierung bewusst: «Gehen durch den Bau eines Hallenbads Flächen für den Fussball oder das Tennis verloren, ist Ersatz zwingend notwendig», betont der Gemeinderat. So gesehen wäre der Bau des Hallenbads auf dem Mittelfeld einfacher. Nur: Hier steht das Bad dafür in Konkurrenz zu neuen Wohnungen.

Berner Zeitung

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