Gurnigelbad: Kurzes Gastspiel der neuen Wirtin

Riggisberg

Nach eineinhalb Jahren im Berggasthof Gurnigelbad muss Wirtin Ursula Beyeler wegen Konkurs aufgeben, sie wohnt aber weiterhin dort. Das Restaurant bleibt bis im Frühjahr geschlossen.

Die Betriebsferien des Berggasthofs Gurnigelbad ziehen sich unerwartet in die Länge. Pächterin Ursula Beyeler geht in Konkurs.

Die Betriebsferien des Berggasthofs Gurnigelbad ziehen sich unerwartet in die Länge. Pächterin Ursula Beyeler geht in Konkurs.

(Bild: Urs Baumann)

Die Winterpause des Berggasthofs Gurnigelbad in Rüti bei Riggisberg geht in die Verlängerung. Gemäss den Angaben auf der Website war die Wiedereröffnung für Mittwoch vorgesehen. Aber daraus wird jetzt nichts, denn gegen die Wirtin Ursula Beyeler wurde am 24. November der Konkurs eröffnet. Wie die Zeitung «Bund» am Dienstag berichtete, laufen beim Konkursamt derzeit Abklärungen, wie viele Aktiven vorhanden sind. Dann werde entschieden, ob das Verfahren überhaupt durchgeführt oder mangels Aktiven eingestellt werden muss.

Ursula Beyeler wollte am Dienstag keine Stellungnahme abgeben und verwies auf Roger Lerf als Auskunftsperson. Die Website des Gurnigelbads ist «wegen Revision» nicht mehr zugänglich.

Die 47-jährige Gastronomin hatte das Bergrestaurant an der Strecke des Gurnigel-Bergrennens erst im Mai 2014 übernommen. Dies nachdem der Rechtsanwalt Roger Lerf die Liegenschaft vom Konkursamt gekauft und dem Wirt Hansueli Binggeli verpachtet hatte. Binggeli gab schon bald wieder auf – aus gesundheitlichen Gründen.

Pause bis im Frühjahr

Lerf hat für seine Pächterin viel Lob übrig. Sie sei eine gute ­Gastronomin und Gastgeberin, hätte sich aber für die Administration Unterstützung holen sollen. Die Gäste seien zufrieden, der Umsatz gut gewesen. Weil aber Altlasten aus ihrer Zeit vor dem Gurnigelbad vorhanden sind, sei es durchaus sinnvoll, das Konkursverfahren durchzuführen und somit die Schulden zu beseitigen.

Lerf betont, dass Beyeler die Pachtzinsen immer pünktlich bezahlt habe. Aber bei den Rechnungen und Mahnungen habe sie offenbar den Überblick verloren. «Ich habe mich jetzt entschieden, dass Ursula Beyeler bis im Frühling im Gurnigelbad wohnen kann.» Das Restaurant bleibe bis dahin geschlossen.

So bleibe Zeit und Luft, eine neue Lösung zu suchen. «Ich werde schauen, ob ich für das Restaurant jemand anderen anstelle, oder ob Ursula Beyeler und ich eine neue Form der Zusammenarbeit finden», sagt der Rechtsanwalt. Gegenüber dem «Bund» sprach er von seinen Plänen, dass er einen Teil des Grundstücks umzonen möchte. Das würde einen Ausbau und damit zusätzliche Nutzungen ermöglichen. Der Entscheid, ob diese Umzonung möglich ist, läge bei der Gemeinde Riggisberg.

Ursprünglich hatte Lerf gedacht, die Schwefelquelle des ehemaligen Badehotels für ein Wellnessangebot zu nutzen. «Dies wäre je nach Einzonung eine Option, denn in der Landwirtschaftszone ist das unmöglich», sagt er.

Früher ein Kurhotel

Wegen seiner Schwefelquellen war das Gurnigelbad im 17. und 18. Jahrhundert ein bekanntes Kur-, später ein nobles Grand­hotel. Unter den Gästen waren auch Prominente, wie etwa der Dichter Jeremias Gotthelf.

1902 wurde das Hotel durch einen Brand zerstört. 1905 wurde es wieder aufgebaut und neu eröffnet. Später, in den Dreissigerjahren litt das Hotel unter der weltweiten Wirtschaftskrise. Flüchtlinge wurden einquartiert. Saniert wurde nichts, und bald waren die Gebäude in einem so schlechten Zustand, dass sie gesprengt wurden. Stehen blieben die beiden Dépendencen. Darin richtete die Armee, die das Gelände gekauft hatte, Truppenunterkünfte ein.

Berner Zeitung

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