Gurnigelbad: Die neue Wirtin ist die alte

Rüti

Am Mittwoch öffnet der Berggasthof Gurnigelbad nach gut fünf Monaten Pause wieder seine Türen. Für Ursula Beyeler ist es ein Neuanfang an alter Wirkungsstätte.

Das neue alte Team Markus Stämpfli und Ursula Beyeler (vorne) mit Ueli Bösch, Idalecio da Silva und Jana Bernatova (hinten von links).

Das neue alte Team Markus Stämpfli und Ursula Beyeler (vorne) mit Ueli Bösch, Idalecio da Silva und Jana Bernatova (hinten von links).

(Bild: Stefan Anderegg)

Links und rechts des Haupteingangs des Gurnigelbads stehen Blumen. An den Wänden hängen Reproduktionen alter Fotos des ehemaligen Grandhotels mit dreihundert Zimmern. Heute sind es noch vierzehn, die Ursula Beyeler mit ihren drei Angestellten vorbereitet hat.

Nachdem die Wirtin im vergangenen Dezember wegen eines Konkurses den Gasthof hat schliessen müssen, ist am Mittwoch, 18. Mai, Neustart im Gurnigelbad in Rüti bei Riggisberg. Offen bleibt der Berggasthof bis Ende Dezember. «Weil es leider keine Winterwanderwege gibt, kommt dann eine tote Zeit», sagt die 48-jährige Wirtin.

Wirtin ist Geschäftsführerin

Über die Gründe des Konkurses will sich Ursula Beyeler nicht weiter äussern. Nur so viel: Es waren Altlasten aus einer solidarischen Haftung. Dazu habe man wohl auch das Rationalisierungspotenzial zu wenig ausgeschöpft. Zusammen mit ihrem Partner Markus Stämpfli hat Ursula Beyeler nun ein Konzept für die Wiedereröffnung erarbeitet. Er hat die Guba Betriebs GmbH gegründet und sie als Geschäftsführerin angestellt.

«Wir setzen auf Historisches, Währschaftes und Regionales», erklärt Stämpfli, der den Pachtvertrag mit Liegenschaftsbesitzer Roger Lerf unterzeichnet hat. Der Belper Rechtsanwalt schaut dem Neubeginn positiv entgegen. «Wir kämpften für eine neue Lösung», sagt er.

Keine Event-Beiz

Früher gab es Jazz- und Rockkonzerte im Gurnigelbad. Das ist vorbei. In Zukunft setzt man auf Ruhe statt auf Events – beispielsweise am 1. August. «Da wird es kein Feuerwerk geben, sondern man kann bei uns die Stille geniessen und den Sternenhimmel betrachten. Das werden vor allem Hundebesitzer schätzen», sagt Ursula Beyeler. Sie hat selber zwei Hunde und weiss, wie lärmempfindlich Tiere sind. «Ruhe und bei klarem Wetter eine gute Sicht auf die Sterne sind die Vorteile unserer Lage», sagt Markus Stämpfli.

Als weitere Pluspunkte sieht er die eigene Quelle und das Schwefelwasser, das hinter dem Haus in einen Brunnen plätschert und seinen charakteristischen Duft verströmt. Es gebe etliche Leute, die von diesem Wasser in Flaschen abfüllten und mitnähmen, sagen die beiden. Sie möchten, dass das Gurnigelbad zum Wohlfühlplatz wird. Apropos Platz: Markus Stämpfli will ein Platzger-Spielfeld einrichten. «Dieser uralte Traditionssport passt zu einem historischen Gasthof.»

Währschafte Speisen

In der Küche steht mit Ueli Bösch ein neuer Koch am Herd. Er wird vorwiegend traditionelle Gerichte kochen: Suure Mocke mit Stock oder Berner Platte beispielsweise. «Wir erzählen die Geschichte des Grandhotels und führen die Gäste in die Hochzeit des Gurnigelbads zurück», steht im neuen Konzept des Gasthofs, der kein Gourmettempel sein wird.

Das Haus mit seiner bewegten Vergangenheit will auf eine regionale Kundschaft und Touristen setzen. «Wir hoffen auf eine Stammkundschaft und möchten unser Angebot ständig verbessern», sagt Ursula Beyeler.

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