Günstige Standorte der SRG könnten teurer werden

Verträge für die SRG-­Gebäude in Bern und Zürich müssen womöglich neu ­ausgehandelt werden.

Die Immobilie an der Schwarztorstrasse in Bern könnte für die SRG künftig teurer werden.

Die Immobilie an der Schwarztorstrasse in Bern könnte für die SRG künftig teurer werden.

(Bild: Enrique Muñoz García)

Claudia Blumer@claudia_blumer

Die SRG besetzt an der Giacomettistrasse in Bern ein Hochhaus, das sie gern loshaben möchte. Es kostet sie jährlich mehrere Millionen Franken Miete, doch der Mietvertrag läuft noch bis 2032. Deshalb plant die SRG, die Verwaltung von der Giacomettistrasse an die Schwarztorstrasse im Berner Stadtzentrum zu verlegen, wo sie dank vorteilhafter Konditionen lediglich 236600 Franken Baurechtszins pro Jahr bezahlt. Das Hochhaus will sie untervermieten.

Nur: Für die SRG besteht die Gefahr, dass sie die Immobilie an der Schwarztorstrasse künftig nicht mehr zu denselben günstigen Bedingungen nutzen könnte, wenn sie das Berner Radiostudio wie geplant nach Zürich-Leutschenbach verlegt. Der Baurechtsvertrag, den sie vor Jahren mit der Genossenschaft SRG Bern-Freiburg-Wallis für die Schwarztorstrasse abgeschlossen hat, enthält eine Klausel, wonach die Baurechtsgeberin je nach Entwicklung im Lokalradio- und TV-Sektor eine Anpassung des Vertrags verlangen kann. Und es ist anzunehmen, dass die Genossenschaft auf diesem Recht beharren würde – die Frustration wegen der Zügelpläne und des Verlusts von Arbeitsplätzen ist gross.

«Unser primäres Ziel ist es, die SRG davon zu überzeugen, dass das Studio in Bern bleiben soll.»Léander Jaggi, Präsident der Genossenschaft Bern-Freiburg-Wallis

Léander Jaggi, Präsident der Genossenschaft Bern-Freiburg-Wallis, bestätigt diese Vertragsbedingungen. Welche Konsequenzen eine Neuaushandlung des Vertrags für die SRG hätte, darüber will er heute noch nicht mutmassen, und er wolle auch keine Drohungen in den Raum stellen, sagt er. «Unser primäres Ziel ist es nicht, die SRG mit ­Retorsionsmassnahmen für die Verlegung des Radiostudios zu bestrafen. Sondern die SRG davon zu überzeugen, dass das Studio in Bern bleiben soll.» Der Walliser lässt allerdings durchblicken, dass eine Neuaushandlung des Baurechtsvertrags für die SRG gegenüber heute teurer werden könnte.

Neuverhandeln in Zürich

Dasselbe droht der SRG in Zürich, wo sie heute das Land für den Hauptsitz Leutschenbach kostenlos nutzt. Die Stadt hat in den Sechzigerjahren auf einen Baurechtszins verzichtet, als es darum ging, die Rundfunkanstalt nach Zürich zu holen. Allerdings sieht der Baurechtsvertrag die TV-Produktion vor. Wenn künftig in Leutschenbach Radio gemacht wird, könnte eine Neuaushandlung angezeigt sein. Dies umso mehr, als die Stadt Zürich kürzlich bei einem Landverkauf von der SRG übergangen wurde. Den Zuschlag bekam Swiss Life.

Wegen dieser Unwägbarkeiten herrsche in der Generaldirektion der SRG Aufregung, sagen Mitarbeiter. Der Spareffekt ist das Hauptargument für die Verlegungspläne. Sprecher Edi Estermann sagt, mit der Stadt Zürich pflege die SRG einen guten und konstruktiven Dialog. Weiter gebe die SRG keine Vertragsdetails bekannt, und «kleinere Anpassungen» während der Dauer langfristiger Baurechtsverträge seien üblich.

Berner Zeitung

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