Grossrat Stefan Hofer will nicht bezahlen

Stefan Hofer investiert Geld in die Kam­pagne gegen das Tram Bern–Ostermundigen. Das sorgt bei Gläubigern, denen Hofer noch Geld schuldet, für Ärger.

<b>SVP-Grossrat Stefan Hofer</b> steht in der Kritik.

SVP-Grossrat Stefan Hofer steht in der Kritik. Bild: Andreas Blatter

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Der 42-jährige Pilot, Unternehmer, Gross- und Stadtrat Stefan Hofer (SVP) steht in der Kritik. Einerseits investiert er 50 000 Franken aus dem eigenen Vermögen in den Abstimmungskampf gegen das Tram Bern–Ostermundigen.

Andererseits schuldet Hofers frühere Firma Honag AG Gläubigern noch Geld, wie der «Bund» am Samstag berichtete. Gemäss Betreibungsregisterauszug bestehen Forderungen von 445'622 Franken gegen die inzwischen konkursite Firma.

Der grösste Teil davon stammt aus der Zeit, als Hofer die Firma mit einem Geschäftspartner leitete.Ein Gläubiger ist der Worber Bauberater Peter Hefti. Er sagt gegenüber dem «Bund»: «Es empört mich, dass ein Politiker sich solche Geschichten leisten kann und dann noch den grossen Herrn spielt.»

Hefti hatte für die Honag AG das Projekt für die Überbauung des Areals hinter dem Löwen in Münchenbuchsee geplant und koordiniert und fordert Geld für seine Leistungen.

Der Streit landete vor dem Handelsgericht. Weil die Honag AG trotz Urteil weiterhin nicht zahlte, eröffnete das Regionalgericht Bern-Mittelland auf Antrag von Hefti im März 2017 den Konkurs über die AG. Er habe nichts mehr mit der Honag AG zu tun, sagt Hofer im «Bund».

Tatsächlich zog er sich Ende 2015 aus dem Verwaltungsrat zurück. Drei Monate zuvor hatte Hofer drei fast gleichnamige neue Firmen gegründet. An diese wurden bis Frühling 2016 die Aktiven der Honag AG übertragen. (ehi)

Erstellt: 11.02.2018, 17:55 Uhr

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