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Besondere Massnahmen vor Konzert in der Grossen Halle

Die deutsche Punkband Feine Sahne Fischfilet tritt am Samstagabend in der Berner Reitschule auf – unter besonderen Vorzeichen.

Beim Konzert der deutschen Punkband Feine Sahne Fischfilet am Samstagabend in der Grossen Halle gibt es zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen (Archivbild)
Beim Konzert der deutschen Punkband Feine Sahne Fischfilet am Samstagabend in der Grossen Halle gibt es zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen (Archivbild)
Sibylle Hartmann

Am Samstagabend spielt in der Grossen Halle der Berner Reitschule die derzeit wohl aufregendste deutsche Band: Feine Sahne Fischfilet. Schlagzeilen macht die Punkband aus Rostock nicht primär wegen ihrer Musik, sondern wegen ihrer politischen Haltung. Sie setzt sich dezidiert gegen Rechtsextremismus ein. Das bringt ihr immer wieder Ärger ein. So auch am Donnerstagabend: Ihr Auftritt in Chemnitz wurde von einer Bombendrohung überschattet.

Nach deutschen Medienberichten ging während des Konzerts einer Vorband bei der Polizei eine telefonische Bombendrohung ein. Danach sei das Lokal geräumt und überprüft worden. Der Auftritt von Feine Sahne Fischfilet habe schliesslich mit einer Stunde Verspätung doch noch beginnen können. Schon am Mittwoch war die Band indirekt mit einer Drohung konfrontiert. Eine Aufführung des Dokumentarfilms «Wildes Herz» über die Band musste abgesagt werden.

Die Band gab sich allerdings unbeeindruckt. Sie hätte es zwar «geil gefunden, einfach nur ein Konzert zu spielen», statt wieder «in den Nachrichtenspalten» aufzutauchen. «Aber wat sollen wir rumheulen? Wat sollen wir uns mit solchen Leuten aufhalten?», schrieben Feine Sahne Fischfilet auf Facebook. Es sei ein ganz besonderer Abend gewesen.

Rechtes Feindbild

Die linke Band macht seit Wochen Schlagzeilen. Anfang September trat sie am «Wir sind mehr»-Konzert gegen Ausländerfeindlichkeit in Chemnitz auf. Kürzlich hatte ihr die Stiftung Bauhaus in Dessau einen Auftritt verweigert, den der Fernsehsender ZDF hatte aufzeichnen wollen. Die Stiftung begründete die Absage mit dem Hinweis darauf, dass sie keine Plattform für «politisch extreme Positionen, ob von rechts, links oder andere» bieten wolle. Zudem hätten rechte Gruppierungen in sozialen Netzwerken gegen den Abend mobilisiert. Der Auftritt fand schliesslich in einem anderen Dessauer Lokal statt.

Die Band ist umstritten und bei Nazis verhasst. Einst wurde sie vom Verfassungsschutz beobachtet, der eine «explizit antistaatliche Haltung» feststellte. «Ich bin kein Engel», sagte Sänger Monchi kürzlich dem «Spiegel», «ich habe oft Gülle im Kopf.»

Konzert ist ausverkauft

Ihre Musik ist massentauglich. Auf ihrer «Alles auf Rausch»-Tournee füllt die Band Säle und Hallen. Auch das Konzert in Bern ist längst ausverkauft und wurde wegen des grossen Interesses vom Dachstock in die Grosse Halle verlegt. Am Freitagnachmittag wies der Dachstock die Konzertbesucher via Facebook auf die Sicherheitsvorkehrungen hin. Es gebe am Eingang «eine Taschenkontrolle und vereinzelt Bodychecks». Dies diene der Sicherheit der Besucher, schrieb der Veranstalter auch mit dem Verweis auf das Konzert in Chemnitz. Es wird zur frühen Anreise geraten. (rei)

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