Grandiose Aussicht ohne grosse Strapazen

Kuhglockengebimmel, herbstliche Wälder und ein tolles Panorama: Das bietet eine rund zweieinhalb stündige Wanderung von Zimmerwald nach Niederscherli.

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Lucia Probst

Eine schöne Aussicht muss nicht zwingend mit grossen Anstrengungen verbunden sein. Die meisten Höhenmeter (rund 300) übernimmt bei dieser Wanderung das Postauto, das von Kehrsatz nach Zimmerwald fährt. Schon bei der Zimmerwalder Kirche wird klar: Es hat sich gelohnt. Von hier geniesst man einen wunderbaren Blick auf den Belpberg, die Sieben Hengste und die Alpen. Kuhglocken sind zu hören, und ein Schmetterling fliegt vorbei: Eine halbe Stunde von Bern entfernt, herrscht ländliche Idylle. Der Wanderwegweiser nach Niederscherli steht direkt an der Postautohaltestelle, er ist nicht zu verfehlen.

Hightech neben der Kuhwiese

Ein Feldweg führt den ersten sanften Hügel hinauf. Eine Rundbank um eine alte Linde lädt zu einer ersten kurzen Pause ein. Faszinierend ist der Blick auf das Observatorium des Astronomischen Instituts der Universität Bern mit seinen unzähligen Antennen und Messgeräten. Dessen Kuppeln glänzen im Sonnenlicht. Praktisch rund um die Uhr werden von hier aus Satelliten beobachtet, sofern es das Wetter erlaubt. Auch nach Schrott im Weltraum wird gesucht. Besucht werden kann das Observatorium leider nicht.

Der Berg, der kein Berg ist

Weiter gehts vorbei an stattlichen Bauernhäusern und an Waldrändern entlang, wo Beeren und Hagebutten für herbstliche Farbtupfer sorgen. Irgendwann ist man auf dem Lisiberg, der eigentlich gar kein Berg ist. Es folgt ein imposanter Tannenwald. Immer wieder hat es Bänkli und Feuerstellen. Wer verweilen will, kann gut irgendwo eine Wurst grillieren. Kurz vor dem Aufstieg zum Weiler Egg steht neben einer grossen Feuerstelle sogar ein robuster Picknicktisch, an dem über 20 Personen Platz finden. Kurz nach dieser Stelle folgt der wohl schönste Teil der Wanderung: Der Jura und das Mittelland zur Rechten, die Gantrischkette und die Alpen zur Linken – beglückt von diesem Panorama lässt es sich leichten Schrittes zum Aussichtspunkt Zingghöch wandern. Treuherzig schaut einem das Fleckvieh dabei zu.

Historie zum Schluss

Der Abstieg nach Oberscherli führt durch den Wald und ist ordentlich steil. Wer will, steigt schon hier aufs Postauto um – eine Alternative ist es, den kurzen Aufstieg bis Hübeli unter die Füsse zu nehmen, um durch den Burisholzwald nach Niederscherli zu wandern. Ein kleines Stück dieses letzten Abschnitts führt durch einen historischen Hohlweg, den in Sandstein gehauenen, rund 40 Meter langen Flüelisweg. Früher war dieser laut dem Könizer Hohlweg-Kenner Peter Mosimann eine lokale Verbindung nach Schlatt. Man darf sich aber nicht zu sehr von den ersten Häusern Niederscherlis leiten lassen und aufs Geratewohl ins Tal wandern – sonst ist diese hohle Gasse rasch verpasst.

Berner Zeitung

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