Graffitti: Neuer Standort mit noch blanken Fassaden

Bern

Fast drei Jahrzente standen die Türen des Jugendzentrums Graffitti im Breitenrain-Quartier Jugendlichen offen. Anfangs April wird der alte Standort mit einem zweitägigen Fest verabschiedet und der Jugendtreff zieht um.

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Claudia Salzmann@C_L_A

Vor 27 Jahren wurde der Graffitti-Jugendtreff an der Scheibenstrasse 72 im Breitenrain-Quartier durch Jugendliche erbaut, teilweise mit Recyclingmaterialien. Fast drei Jahrzehnte stand er Jugendlichen offen, dort erhielten sie Antworten und Hilfe in der persönlichen Entwicklung und der gesellschaftlichen Integration. Manche kamen, um Bewerbungen zu schreiben, andere wegen der Playstation oder weil sie einfach nur mal ein offenes Ohr brauchen.

Hinter dem Treff steht die Jugendarbeit Bern Nord (Jano). Um das Wohl der Jugendlichen kümmern sich die Sozialarbeiter Carolina Aragon, Robert Urban und Michael Lutz, die ihr Büro momentan noch an der Winkelriedstrasse haben.

Neuer Name?

Das Kapitel der Jugendarbeit an der Scheibenstrasse 72 geht nun zu Ende, doch an der gleichen Strasse mit der Hausnummer 64 wird bereits das neue Zentrum fertiggestellt. Das Büro und der Veranstaltungsort werden so unter einem Dach vereint. Im Mai wird das Büro der Jano in den obersten Stock einziehen und die Aufenthaltsräume folgen im August. Die Jugendlichen stehen aber nicht einfach auf der Strasse, sondern man stelle sich im Jugendbüro auf eher turbulente Zeiten ein, wie der Jugendarbeiter Michael Lutz sagt. «Erfahrungsgemäss sind die Sommermonate etwas ruhiger und wir werden noch eine Aktion im Wylerbad machen, so dürften wir bis zur Wiedereröffnung im September einigermassen über die Runden kommen.»

Unklar ist noch, ob das Graffitti seinen Namen behalten wird. Momentan ruft es auf seiner Homepage zur Umfrage auf, was die Graffitti-Gänger darüber denken. Die Reaktionen darauf fielen unterschiedlich aus, doch es sehe aus, dass der Name Graffitti bleiben werde, so Lutz.

Sprayer in Startlöchern

Im neuen Haus soll eine grössere Vielfalt geboten werden. So sollen mit Poetry-Slams, Theatern und Konzerten jungen Talenten eine Plattform geboten werden. Die Betreiber wollen die Jugendlichen animieren, sich aktiv am Programm zu beteiligen. Der Veranstaltungsraum werde nach wie vor vermietet. «Wir wollen mehr bieten, damit auch Jugendliche aus der Lorraine oder anderen Quartieren zu uns kommen», hofft Lutz. Momentan seien vor allem junge Menschen aus dem Wankdorf und Breitenrain regelmässige Besucher.

Am neuen Gebäude wird noch kräftig gewirkt. Noch sehen die Hauswände blank und weiss aus, doch das dürfte nicht lange so bleiben. «Einige Sprayer stehen bestimmt schon in den Startlöchern, um die Fassade zu verzieren. Damit haben wir kein Problem», lacht Michael Lutz. Das Gebäude dürfte das einzige Haus in Bern sein, wo Streetart gern gesehen ist, wenn nicht sogar ein Muss. Schliesslich muss das Graffitti seinem Namen alle Ehre machen.

Abschiedsfeier steht an

Bevor aber die Jugendarbeit am neuen Standort weitergeht, wird der alte am 1. und 2. April gebührend verabschiedet. Grössen wie Baze, LDeep, Mani Porno werden auf der Bühne stehen (Programm siehe Download).

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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