Nach dem Brand: Plattform erst im August wieder offen

Bern

Das Restaurant Plattform am Bärenplatz, welches vor einem Monat brannte, ist bis Ende August geschlossen. Besitzer Christian Gfeller rechnet mit einem Schaden von total fast anderthalb Millionen Franken.

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Claudia Salzmann@C_L_A

Wie ein Whisky mit ausgeprägter Rauchnote – so riecht es derzeit in der Plattform am Bärenplatz. Das Restaurant brannte am 8. Mai, der erste Rauchalarm ging um 0.15 Uhr an die Berufsfeuerwehr, fünf Minuten später war sie da. Passanten filmten, wie schwarzer Rauch aus den Fenstern in den Berner Nachthimmel stieg. Zwanzig Minuten loderte das Feuer, bis es die Feuerwehr löschen konnte.

Eine halbe Stunde nach dem Alarm läutete bei Christian Gfeller, dem das Lokal gehört, das Telefon. «Ich war gerade eingeschlafen. Mein erster Gedanke war: Nicht schon wieder», erinnert er sich.

Im Februar 2017 brannte es in der Küche des darunterliegenden Restaurants Gfeller, welches auch von ihm ­geführt wird. «Der Unterschied ist, dass in der Plattform alles neu war und kein Kabel älter als sechs Jahre», sagt Gfeller. So lange ist es her, dass er die Plattform eröffnete, damals als Ersatz für die ­geschlossene Markthalle.

Denkmalgeschützt

Heute erinnert in der Brandruine kaum noch was an das einst so pulsierende Restaurant. Das ­Mobiliar ist grösstenteils zerstört, die Decken sind schwarz, die Holzpfeiler angekohlt, und in der Luft liegt der Whiskygeruch. Die meisten der Fensterscheiben sind ­wegen der hohen Tem­peraturen gesprungen.

Bis zu 400 Grad ­habe die Berufsfeuerwehr gemessen, weiss Gfeller. Die klappbaren, vierteiligen Fenster wurden von seinem Grossvater eingebaut und können nicht mehr ersetzt werden. «Deshalb gehen wir zum Originalzustand der 1930er zurück und bauen Holzfenster ein», erzählt Gfeller.

In den vier Wochen, die seit dem Brand vergangen sind, wurden Offerten eingeholt, um das Lokal wieder aufzubauen. Eins zu eins möchte Gfeller es ­zurück ­haben, auch die verschiedenen Restaurants der Plattform. Ein Grill, eine Wok-Küche, eine ­Tapas-Bar und die älteste Pizzeria von Bern, auf diese Konzepte will er weiterhin setzen. «Auch weil ich nicht auf dieses ­Essen verzichten will», gibt Gfeller zu.

WM-Übertragung fällt weg

Die 20 Angestellten hat Gfeller auf seine Betriebe Gfeller und Chez Edy verteilt oder anderen Gastronomen ausgeliehen. Der am weitesten entfernte ­Ersatzjob sei gar auf dem Jungfraujoch.

«Wir müssen den Schaden für die Versicherung klein halten», so Gfeller. Derzeit rechne man mit einer Schadensumme von bis zu 1,4 Millionen Franken. Die Brandursache ist geklärt: Eine sogenannte Videomatrix hat den Brand ausgelöst. Diese steuert die 15 Fernseher im Raum.

Besonders im Winter läuft das Restaurant gut. Entsprechend ist die Umsatzeinbusse durch einen Brand im Frühling kleiner, als wenn es Anfang Winter gebrannt ­hätte. Aber dennoch: «Wir haben die WM-Spiele immer mit eigener ­Moderation gezeigt, daraus wird natürlich nichts.»

Berner Zeitung

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