Geschenkte Bücher – wer will sie lesen?

Bern

Wer als Kind beim Leseprojekt «3 Bücher» mitmacht, erhält jährlich drei Bücher geschenkt. Aber die Suche nach jungen Leseratten verläuft noch harzig.

Ruth Baeriswyl, Inhaberin des Chinderbuechlade, sucht noch Kinder für das Projekt «3 Bücher».

Ruth Baeriswyl, Inhaberin des Chinderbuechlade, sucht noch Kinder für das Projekt «3 Bücher».

(Bild: Beat Mathys)

Was beglückt junge Leserinnen und Leser mehr als ein eigenes Buch? Wenig, glaubt man Ruth Baeriswyl, Buchhändlerin und Inhaberin des Chinderbuechlade in der Berner Altstadt: «An Bücher, die man während der Kindheit und Jugend besass, erinnert man sich ein Leben lang.»

Daran will das Leseförderungsprojekt «3 Bücher» anknüpfen: Kinder und Jugendliche, die gerne lesen, jedoch kaum eigene Bücher haben, sollen von einer Lese-Gotte oder einem Lese-Götti dreimal jährlich ein Buch geschenkt bekommen.

«Viele Buch-affine Menschen würden ihre Leidenschaft fürs Lesen gerne teilen», erklärt Baeriswyl. Gleichzeitig gäbe es zahlreiche Kinder ohne Zugang zu Büchern. Schulbibliotheken lässt Baeriswyl nicht zählen: «Zu eigenen Büchern hat man einfach einen anderen emotionalen ­Zugang – das sind Bücher, die bleiben.»

Start am Welttag des Buches

Neben dem Chinderbuechlade beteiligen sich drei weitere Berner Buchhandlungen am Projekt: Auch in der Bümplizer Buchhandlung am Stadtbach, der Buchhandlung Klamauk sowie der Buchhandlung zum Zytglogge können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Zukunft mit ihren Bücher-Gotten und -Götti Bücher auslesen. Dabei beschränken sich die Treffen auf drei festgelegte, mit den Buchhandlungen vereinbarte Tage pro Jahr.

Beginnen soll «3 Bücher» mit einem Fest am 23. April, dem Welttag des Buches. Die Kinderbuchautoren Lorenz Pauli und Regina Duerig werden im Sternen Bümpliz den Kindern eine Gotte oder einen Götti zuteilen.

Nur wenige Anmeldungen

Noch hat das Projekt einen kleinen Schönheitsfehler: «Die Suche nach teilnehmenden Kindern und Jugendlichen verläuft harzig», stellt Ruth Baeriswyl fest. Während sich mehr als genug interessierte Erwachsene als Götti und Gotten gemeldet haben, machen sich die jungen Teilnehmer und Teilnehmerinnen rar.

Aus eigenem Antrieb

Bisher ist eine Gruppe Jugendlicher aus dem Westen Berns bei dem Projekt mit dabei, doch nach wie vor suchen die Organisatorinnen Kinder, die sich Bücher schenken lassen wollen. Baeriswyl betont: «Schön wäre, wenn die Kinder aus eigenem Antrieb mitmachen würden.» Nicht zuletzt deshalb wurde «3 Bücher» vor allem über Quartier- und Jugendtreffs beworben. Ansprechen wolle man alle Kinder, «Hauptsache, sie wollen lesen.»

Weitere Informationen zum Projekt, Anmeldemöglichkeiten und Kontakt: www.3buecher.ch.

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