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Geschäftsflaute wegen Bauarbeiten?

Seit Februar saniert Energie Wasser Bern die Brunngasse in Bern – zum Ärger der betroffenen Geschäftsinhaber.

Die Baustelle in der Brunngasse hat grossen Einfluss auf die dort ansässigen Geschäfte.

An der Brunngasse in der Berner Altstadt wird seit Februar gebohrt, gegraben und verlegt: Der Stadtberner Energieversorger EWB saniert die veralteten Werkleitungen für Strom, Gas und Wasser. Wollen Passanten in die Brunngasse einbiegen, stehen sie momentan vor einer Absperrung.

Dies zum Ärger der Geschäftsinhaber, welche die Auswirkungen der Sanierung deutlich zu spüren bekommen. Denn obwohl der Durchgang in die Brunngasse gewährleistet ist, scheint der Weg versperrt. «Es macht einfach nicht ‹gluschtig›, in die Gasse einzubiegen», sagt Arlette Schneider, die das Kleidergeschäft Rytz führt. Deshalb kämen weniger Kunden. Um einer Geschäftsflaute entgegenzuwirken, hat Schneider im Sommer damit begonnen, Veranstaltungen zu organisieren.

Natanael Gregorio, der Goldschmied an der Brunngasse 52, ist entsetzt: «In China wird ein 15-stöckiges Hochhaus in einer Woche gebaut, hier braucht man für ein Loch mit ein paar Kanalisationen mehrere Monate.» Da er allerdings bereits viele Aufträge habe, befürchtet er keine grösseren Einbussen. So auch Franciska Baumann vom Kinderkleiderladen Petite Puce: «Wir sind wohl am wenigsten von der Sanierung betroffen, da das Geschäft über viele Stammkunden verfügt.»

Archäologische Funde unter Pflastersteinen

Die Solidarität zwischen den Gewerblern ist gross. Die Kleidergeschäfte Petite Puce und Rytz, sowie andere Betriebe, organisierten gemeinsam Veranstaltungen, um ihre Kunden auch während der Sanierung in die Brunngasse zu locken. «Auch die Geschäfte in der Rathausgasse helfen mit und machen ihre Kunden auf die geöffneten Läden in der Nachbargasse aufmerksam», sagt Arlette Schneider.

Ausserdem solle in den nächsten Tagen vor dem Geschäft «Zur Käshütte» ein Banner platziert werden, der auf die verschiedenen Geschäfte hinweist. Auch der Präsident des Rathausgass-Brunngass-Leist Edi Franz setzt sich für ein aktives Gewerbe während den Bauarbeiten ein: So plante die EWB doch am Anfang, den Eingang in die Brunngasse auch für Fussgänger komplett zu schliessen. «Das war für uns ein No-Go», sagt er.

Die EWB habe das betroffene Gewerbe frühzeitig über die Bauarbeiten in der Altstadt informiert. «Vor Beginn der Bauarbeiten fanden zwei Infoveranstaltungen statt», sagt Alexandra Jäggi, Mediensprecherin des Energieversorgers EWB, auf Anfrage. Zwischenzeitlich sei es allerdings zu Verzögerungen gekommen: Defekte Abwasserleitungen und archäologische Funde schränkten die Arbeiten an den übrigen Werkleitungen ein.

«Der Bau in der Brunngasse wird voraussichtlich Ende November beendet sein», sagt Jäggi. Danach saniere die EWB die Werkleitungen im Ziebelegässli und in der Rathausgasse. Wenn nichts Unvorhergesehenes mehr dazwischen komme, sollten die Bauarbeiten im Herbst 2018 abgeschlossen sein.

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