Geschäft läuft wieder

Lyss

Giuliano Giusto musste den Gürtel in den letzten 19 Monaten enger schnallen. Der Betreiber eines Kiosks an der Bielstrasse in Lyss verlor wegen der Baustelle einen Grossteil seiner Stammkundschaft. Nun ist die Bauphase vorbei – und bei Giusto gehts aufwärts.

«Ich gehe aber davon aus, dass ich in den letzten 19 Monaten 45 Prozent weniger Umsatz gemacht habe», sagt Kioskbetreiber Giuliano Giusto.

«Ich gehe aber davon aus, dass ich in den letzten 19 Monaten 45 Prozent weniger Umsatz gemacht habe», sagt Kioskbetreiber Giuliano Giusto.

Simone Lippuner

Für Giuliano Giusto geht wohl eines der härtesten Jahre zu Ende. Der Lysser Kioskbetreiber verlor einen Grossteil seiner Kunden und bewegte sich finanziell an der Schmerzgrenze. «Existenzängste hatte ich zwar noch keine, da auch meine Frau arbeitet und ich zum Glück keine Angestellten bezahlen muss», sagt Giusto. Das Geld habe aber nur knapp gereicht. Grund dafür war die Grossbaustelle Bielstrasse: Während 19 Monaten wurden auf der Lysser Hauptverkehrsachse Leitungen erneuert und die Umgebung neu gestaltet.

Staub, Lärm, Umsatzeinbussen. Die Baustellenzeit war eine Zerreissprobe. Doch nun kann Giuliano Giusto aufatmen. Wie alle anderen Gewerbler auch, die unter den Sanierungsarbeiten gelitten haben: Seit November sind die Bauarbeiten abgeschlossen. «Bereits eine Woche nach der Wiedereröffnung der Strasse ging es für mich wieder aufwärts», sagt Giusto.

Hauptproblem sei der Einbahnverkehr gewesen, sagt Giusto, dadurch habe er die Laufkundschaft sowie die Autopendler aus Richtung Biel verloren. «Nun sehe ich meine Stammkunden morgens wieder», freut sich Giusto. Mit jeder Woche würden mehr Leute begreifen, dass die ­Situation bei der Tankstelle nun wieder sei wie vorher. Eine genaue Rechnung hat der gebürtige Italiener, dessen Familie in Lyss seit über 40 Jahren geschäftet, noch nicht gemacht. «Ich gehe aber davon aus, dass ich in den letzten 19 Monaten 45 Prozent weniger Umsatz gemacht habe.»

Leider kein Tempo 30

Aus der Bielstrasse ist eine attraktive Gewerbezone geworden. Neu gilt zwischen der Fabrikstrasse und dem Hirschenkreisel Tempo 30, die Fussgängerstreifen wurden aufgehoben. Queren ist nun überall erlaubt, ein Mittelbereich erleichtert dieses. Fussgängerinnen und Fussgänger haben aber nach wie vor keinen Vortritt. Geplant ist, dass auch vom Hirschenkreisel bis zur Kreuzgasse Tempo 30 gilt und der Ortskern dadurch zu einer Flanierzone wird.

Giuliano Giusto bedauert ein bisschen, dass die Tempo-30-Zone erst nach seinem Shop beginnt. Das hätte allenfalls noch mehr Kundschaft gebracht. «Hier fahren die Autos mit Tempo 50 durch. Aber Hauptsache, sie fahren ­wieder.»

Berner Zeitung

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