Genügend Zeit fürs harte Training

Ostermundigen

Alexandra Hasler will als Snowboarderin gross herauskommen. Als Sporttalent profitiert sie in der Schule Dennigkofen von einer speziellen Förderung.

Leiden für eine grosse Karriere: Alexandra Hasler stärkt ihre Rumpfmuskulatur im Fitnessstudio.

Leiden für eine grosse Karriere: Alexandra Hasler stärkt ihre Rumpfmuskulatur im Fitnessstudio.

(Bild: Beat Mathys)

Hans Ulrich Schaad

Sie stemmt Gewichte und macht Dutzende Rumpfbeugen. Konzentriert absolviert Alexandra Hasler ihr Konditionstraining im Fitnesszentrum. Die bald 15-Jährige weiss, dass sie nur mit harter Arbeit ihr Ziel erreichen kann. Sie will hoch hinaus respektive möglichst schnell hinunter: Als Boardercrosserin zählt sie zu den grossen Nachwuchstalenten. In dieser Saison ist sie durchgestartet und hat zuletzt den Final der Rivella-Giantxtour, die nationale Schülertour, gewonnen. An diesem Wochenende versucht die Ostermundigerin an den Schweizer Meisterschaften im Engadin vorne mitzumischen.

Seit sechs Jahren steht die Achtklässlerin auf dem Snowboard, seit drei Jahren bestreitet sie Wettkämpfe. Angefangen hat sie mit Freestyle. Aber seit sie den Boardercross entdeckt hat, will sie nichts mehr anderes. «Ich liebe den Adrenalinkick», sagt sie zu den Rennen, wo jeweils vier Fahrerinnen gegeneinander antreten. In der kommenden Saison darf sie FIS- und Europacuprennen bestreiten. Als eine der jüngsten wird sie auch gegen Weltcupfahrerinnen antreten müssen. «Das wird sehr streng», erklärt sie.

Zierliche Boardercrosserin

Für eine Boardercrosserin ist Alexandra Hasler eher zierlich gebaut. «Das fehlende Gewicht ist ein Nachteil für sie», erklärt ihr Konditionstrainer Simon Glatthard. Dafür sei sie technisch gut, habe viel Mut und Selbstvertrauen. Und einen grossen Durchhaltewillen. Denn das Pensum ist für die Sekschülerin riesengross. Neben der Schule trainiert sie bis zu sechsmal wöchentlich. Dazu kommen Trainingslager und Wettkämpfe. Das ist nur möglich, weil sie die Schule Dennigkofen besucht, wo Sporttalente gefördert werden. Ab dem nächsten Schuljahr besucht sie die Quarta mit Talentförderung am Gymnasium Hofwil.

Hasler wurde zu Beginn in ihrer Klasse schon etwas schief angeschaut und musste sich die eine oder andere Bemerkung anhören. «Du fehlst oft, und nun willst du ans Gymnasium», erzählt sie. Aber inzwischen hätten ihre Mitschüler es akzeptiert, zumal ihre Leistungen stimmen. Dafür arbeitet sie hart. Der Schulstoff ist stets dabei. Für andere Hobbys bleibt ihr keine Zeit. «Es ist schwierig, alles unter einen Hut zu bringen», sagt sie. «Es ist stressig, aber es geht.»

Alexandra Hasler macht das Krafttraining auch, um sich besser vor Verletzungen zu schützen. In der Vorsaison war sie monatelang ausser Gefecht, weil sie sich bei einem Sturz den Oberarm gebrochen hatte. Angst hat sie deswegen nicht in den Rennen, wo hart um die Plätze gekämpft wird. Aber ein bisschen Respekt fährt immer mit.

Berner Zeitung

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