Murten

Generalrat versenkt das Abfallreglement

Murten Der Generalrat von Murten weist das neue Abfallreglement zurück – obwohl alle Parteien an dessen Ausarbeitung mitgeholfen haben.

Aus der Einführung der Grüngutmarke in Murten wird nun doch nichts (Symbolbild).

Aus der Einführung der Grüngutmarke in Murten wird nun doch nichts (Symbolbild). Bild: iStock

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

34 Murtner Generalräte stimmten am Mittwoch für die Rückweisung des neuen Abfallreglements. Nur acht Politiker lehnten diesen Schritt ab, drei enthielten sich. Die zuständige Gemeinderätin Ursula Schneider Schüttel (SP) zeigte sich unmittelbar nach der Sitzung des Generalrats enttäuscht vom Entscheid.

Denn eine Arbeitsgruppe des Generalrats – in der alle Fraktionen mit je einem Mitglied vertreten waren – hatte das Reglement mitgestaltet und verabschiedet. Zwei Jahre lang hatte sich die Arbeitsgruppe mit dem Thema befasst.

Grüngutregeln kritisiert

Die im Generalrat vorgebrachte Kritik betraf im Wesentlichen die Kehrichtgebühr nach Volumen sowie die Entsorgung des Grünguts. Derzeit berechnet Murten die Gebühr für Siedlungsabfälle nach Volumen – ausser in den Ortsteilen Büchslen und Lurtigen, dort wird nach Gewicht gerechnet. Mit dem neuen Reglement wollte die Gemeinde die Verrechnung nach Volumen auf dem gesamten Gemeindegebiet einführen.

Die Entsorgung des Grünguts wird bisher über die Grundgebühr finanziert, so Schneider Schüttel. Um das Verursacherprinzip besser zu berücksichtigen, wollte die Gemeinde eine Grüngutmarke einführen. Zudem sollten für die Sammlung nur noch Container zugelassen werden. Die FDP, die SVP und die SP lehnten mehrheitlich das vorgestellte Abfallreglement in Gänze ab und verzichteten darauf, Artikel für Artikel zu besprechen.

Gestank befürchtet

Am Tag nach der Generalratssitzung bezeichnet Thomas Bula, Präsident der FDP Murten, die neuen Regeln für das Grüngut als Hauptgrund für den Entscheid seiner Partei. Diese befürchte, dass die Grünabfälle bei einer Volumenberechnung über Container über längere Zeit darin verbleiben würden. Dies würde zu Geruchsemissionen führen und die Qualität des Grünguts mindern.

Für die SVP-Fraktion sei die Grüngut-Regelung «zu wenig durchdacht», sagt Fritz Wüthrich, Präsident der SVP Murten. «Mit dem Unterhalt von Grünflächen tut man etwas für die Allgemeinheit. Deshalb soll die Abfuhr über die Grundgebühr finanziert werden.» Jeorge Riesen, Fraktionspräsident der SP, will die Rückweisung durch seine Fraktion nicht als Kritik am Reglement verstanden wissen. «Die Motivation des Generalrats fehlt, eine akzeptable Lösung für alle zu unterstützen», sagt er.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 12.10.2018, 06:56 Uhr

Artikel zum Thema

Wenn der Abfall stinkt und stört

Murten Alle produzieren Abfall, aber niemand will ihn in der Nähe haben – auch wegen der Gerüche. Im Murtner Löwenberg roch es vor allem im Sommer unan­genehm. Die Firma Haldimann sucht nun nach Lösungen. Mehr...

Marktplatz

Immobilien

Kommentare

Blogs

Bern & so Irrfahrt

Von Kopf bis Fuss Die Top 9 der probiotischen Produkte

Service

Von Kino bis Festival

Finden Sie hier die schönsten Events in unserer Region.

Die Welt in Bildern

Volle Lippen: Indische Künstler verkleiden sich während des Dussehra Fests in Bhopal als Gottheit Hanuman. (19.Oktober 2018)
(Bild: Sanjeev Gupta/EPA) Mehr...