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Gemeinderat und RBS sind uneins

Der Bahnhof in Jegenstorf genügt den Bedürfnissen bald nicht mehr und muss ausgebaut werden. Der RBS möchte auf der grünen Wiese neu bauen, der Gemeinderat favorisiert einen Ausbau des heutigen Standorts.

Der Bahnhof Jegenstorf soll nach dem Willen des Gemeinderats ausgebaut werden.
Der Bahnhof Jegenstorf soll nach dem Willen des Gemeinderats ausgebaut werden.
PD

Immer mehr Pendler werden in den nächsten Jahren auf der Bahnlinie Bern–Solothurn unterwegs sein. Um diese Passagierzahlen zu bewältigen, plant der Regionalverkehr Bern-Solothurn (RBS), den Fahrplan zu verdichten und längere Züge einzusetzen. Die Erhöhung der Kapazität bedingt aber einen Ausbau der Infrastruktur. Einer dieser Hotspots ist der Bahnhof Jegenstorf, dessen Anlagen für die neuen Züge nicht genügen.

Seit gut einem Jahr liegen zwei Varianten auf dem Tisch: ein Ausbau der bestehenden Anlagen oder ein Neubau auf der grünen Wiese, in Fahrtrichtung Solothurn zwischen der Kirchgasse und dem Parkplatz des Voi. Nach dem ursprünglichen Zeitplan wollten Gemeinderat und RBS im letzten April den Standortentscheid fällen. Jetzt, über ein halbes Jahr später, konnten sich die Beteiligten immer noch nicht einigen, wie einer gemeinsamen Mitteilung zu entnehmen ist. Der Gemeinderat ist für einen Ausbau des bestehenden Bahnhofs, der RBS favorisiert den Neubau.

Einzonung fraglich

Der Gemeinderat ist nach einer «ausführlichen Prüfung klar überzeugt», dass der Ausbau besser ist. Als Gründe nennt er die Finanzen, die sinnvolle Gemeindeentwicklung und den Erhalt der Fruchtfolgeflächen. Letztere beiden stünden in direktem Zusammenhang, erläutert Gemeinderatspräsident Jürg Häberli (SP). Falls der Bahnhof dort gebaut würde, möchte die Gemeinde dieses Gebiet entwickeln. «Der Kanton kann noch nicht sagen, ob wir die Fruchtfolgeflächen kompensieren müssen. Eine Kompensation wäre aber für die Gemeinde nicht möglich», sagt Häberli. Ohne Einzonung erhalte die Gemeinde kein Geld aus der Mehrwertabschöpfung. Nur den Bahnhof auf der grünen Wiese wolle der Gemeinderat nicht.

«Der Kanton kann noch nicht sagen, ob wir die Fruchtfolgeflächen kompensieren müssen.»

Jürg Häberli GemeinderatspräsidentJegenstorf

Der neue Standort sei etwas weiter weg vom Dorfzentrum und damit schlecht für das Gewerbe, fügt der Gemeinderatspräsident an. Ein Argument waren auch die Rückmeldungen aus der Bevölkerung in der Mitwirkung. Von 313 Eingaben sprachen sich 57 Prozent für den alten Standort aus.

Der RBS sieht die Vorteile des Neubaus im sicheren und weniger störungsanfälligen Betrieb, in einer einfachen Kundenorientierung, bei den Kosten und der Erschliessung. Der neue Bahnhof würde über ein breites Mittelperron verfügen, erklart RBS-Sprecher Caspar Lösche. Fahrgäste könnten auf beiden Seiten einsteigen, das Umsteigen werde erleichtert. Der RBS könne zudem bei Störungen flexibler das Gleis wechseln. Der neue Standort liege etwas zentraler im Einzugsbereich der Fahrgäste. Lösche und Häberli betonten, dass trotz der Meinungsverschiedenheit die Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und RBS gut sei.

Offene Punkte

Der Entscheid solle noch dieses Jahr gefällt werden, sagt Caspar Lösche. Deshalb stecken die Beteiligten die Köpfe wieder zusammen. Vielleicht ergibt sich der Entscheid von selbst. Denn bei beiden Varianten seien noch einzelne Fragen offen, welche die Umsetzung verunmöglichen könnten, steht in der Mitteilung. Der RBS-Sprecher will nicht auf die Details eingehen.

Das Projekt heisst «Bahnhof Jegenstorf 2025». Wie der neue Zeitplan aussieht, werde nach dem Entscheid kommuniziert, sagt der RBS-Sprecher. Die Kosten für einen Neubau liegen bei rund 39 Millionen Franken, jene für den Ausbau bei 45 Millionen.

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