Toffen

Gemeinde will wegen einer Baustelle keine Flüchtlinge

ToffenDie Gemeinde stellt ihre Zivilschutzanlage nicht für die Unterbringung Asylsuchender zur Verfügung. Denn bald befindet sich dort eine Baustelle.

In der Zivilschutzanlage der Gemeinde Toffen entsteht keine Unterkunft für Geflüchtete (Symbolbild).

In der Zivilschutzanlage der Gemeinde Toffen entsteht keine Unterkunft für Geflüchtete (Symbolbild). Bild: Urs Baumann

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Der Kanton Bern benötigt immer wieder neue Unterkünfte für Asylsuchende. Die Zivilschutz­anlage in Toffen würde sich dafür eignen. Rund 100 Plätze könnten dort bereitgestellt werden. Doch der Gemeinderat Toffen hat entschieden, dem Kanton eine Absage zu erteilen.

«Ab dem nächsten Sommer gibt es keinen sicheren Zugang zur Anlage», begründet Gemeindepräsidentin Ruth Rohr (Freie Bürger) den Entscheid. Der Gemeinderat wolle die Verantwortung nicht tragen.

Baugrube beim Eingang

Die kantonale Polizei- und Militärdirektion gelangte im März an die Gemeinde. Zusammen mit der reformierten Kirche und der Polizeidirektion suchte der Gemeinderat nach einer Lösung. Laut Rohr kam für den Kanton nur eine infrage: die Zivilschutzanlage. Doch diese befindet sich gleich neben der Schulanlage Hang, wo ab nächstem Sommer ein Umbau geplant ist.

Der Gemeinderat möchte den Singsaal und die alte Turnhalle sanieren und zu einem Bildungs- und Kulturzentrum umbauen. Im oberen Stock des Schulgebäudes sollen drei Räume gebaut werden, die von der Tagesschule und von Vereinen benützt werden können. Im unteren Teil ist ein Raum für grosse Anlässe geplant. Am 27. November wird das Volk über dieses Bauprojekt abstimmen.

Für die Erweiterung sei beim Eingang zur Zivilschutzanlage eine Baugrube und die Materialanlieferung geplant, sagt Rohr. «Zudem wird das Terrain verändert.» Der Platz vor der Zivilschutzanlage, der von den Schülern gerne auch als Pausenplatz benützt wird, steht deshalb während der Bauphase nicht zur Verfügung.

Zwar gibt es einen weiteren Eingang zur Anlage. Dieser erfolgt über den oberen Pausenplatz. Dort aber werde es für die Schule während des Umbaus ohnehin eng, sagt Rohr. Wenn sich dort auch noch Asylsuchende aufhielten, könne es Probleme geben.

Auf Gemeinden angewiesen

Markus Aeschlimann, Leiter des Amts für Migration und Personenstand, äussert sich auf Anfrage nicht näher zu Toffen: «Die Gemeinde hat sich so entschieden.» Der Kanton werde weiter aktiv nach Unterkünften suchen und sei dabei auf den Kooperationswillen der Gemeinden angewiesen. (rei)

Erstellt: 07.09.2016, 09:32 Uhr

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