Laupen

Gemeinde kauft Tanklager

LaupenFür 600'000 Franken erhält die Gemeinde den Zuschlag für das Tanklager der Armasuisse. Was auf dem Areal dereinst gebaut werden soll, ist noch offen.

Das Tanklager wird nicht so schnell zurückgebaut und deshalb weiterhin das Ortsbild prägen.

Das Tanklager wird nicht so schnell zurückgebaut und deshalb weiterhin das Ortsbild prägen. Bild: Christian Pfander

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Ich will sie – ich will sie nicht – ich will sie doch. So könnte der Verlauf des Beziehungsstatus der Gemeinde Laupen zur ausgedienten Tankanlage der Armee beschrieben werden. Eine erste Annäherung gab es vor viereinhalb Jahren. Damals wurde bekannt, dass die Armasuisse das nicht mehr gebrauchte Areal mit den Tanks an der Murtenstrasse, vis-à-vis der Landi, veräussern will.

Gemeindepräsident Urs Balsiger (SVP) erklärte im Januar 2014, dass sich die Gemeinde Gedanken machen müsse, ein Kauf­angebot einzureichen. Denn es dürfe ihr nicht egal sein, was auf dieser ­interessanten Parzelle geschehe, die mit 79 Aren etwas grösser ist als ein Fussballplatz.

Das Gebiet liegt in einer Gewerbezone mit Planungspflicht. Balsiger fügte jedoch an, dass die Finanzlage von Laupen nicht so rosig sei und es viele Unbekannte gebe wie ­etwa die Rückbaukosten oder mögliche Altlasten.

Im Herbst 2016 kam die Parzelle auf den Markt. Aber nicht allein. Sie wurde im Paket mit einer angrenzenden Parzelle angeboten, die ebenfalls dem Bund gehört. Der Preis lag bei 3,4 Millionen Franken. «Diese Braut war uns doch zu teuer, und wir haben sie ziehen lassen», blickt Urs ­Balsiger auf den Februar 2017 zurück, als der Gemeinderat den Verzicht auf ein Kaufangebot bekannt gab. Der Bund fand schliesslich aber keinen anderen Käufer für die Parzellen.

Auftrag an Gemeinderat

Das Thema kam an der Gemeindeversammlung im letzten Dezember wieder aufs Tapet. Die Stimmberechtigten überwiesen einen Antrag, mit dem der Gemeinderat beauftragt wurde, die Armasuisse erneut zu kontaktieren. Eventuell solle ein Kauf der Grundstücke zusammen mit einem anderen Interessenten ins Auge gefasst werden.

Der Gemeinderat habe bei der Armasuisse nachgefragt, ob das Tanklager nach wie vor zum Verkauf stehe und wo die «Schmerzgrenze» beim Preis sei, sagt Urs Balsiger. Die von der Armasuisse genannten 600'000 Franken habe der Gemeinderat durchgerechnet.

«Wir haben gefunden, dass das ein vernünftiger Preis ist.» Deshalb habe Laupen ein Kaufangebot eingereicht und den Zuschlag erhalten. An seiner letzten Sitzung hat der Gemeinderat den Kauf beschlossen, der Vertrag wird demnächst unterschrieben.

Das Geschäft muss nicht mehr den Stimmberechtigten vorgelegt werden. Für solche Grundstückskäufe verfügt der Gemeinderat über eine Finanzkompetenz von einer Million Franken. Diese Regelung wurde eingeführt, damit der Gemeinderat bei solchen Vorhaben schnell reagieren kann und nicht auf den Souverän warten müsse, erklärt Balsiger, denn: «Ein Verkäufer will meist nicht lange warten.»

Altlastenrisiko abgesichert

Die Gemeinde kauft das Areal so, wie es ist – mit den leeren Tanks. Für deren Rückbau braucht es nochmals rund 650'000 Franken minus ein möglicher Ertrag aus dem Stahlverkauf. Doch der ­passiere nicht so rasch, sagt Gemeindepräsident Balsiger.

Über diesen Kredit werde erst abgestimmt, wenn gleichzeitig Vorschläge für die zukünftige Nutzung vorliegen würden. Um Ideen und Vorschläge zu entwickeln, wird der Gemeinderat eine nicht ständige Kommission ins Leben rufen. Bis dahin werden die Öltanks das Dorfbild weiterhin prägen.

Beim Kauf eines solchen Areals stellt sich immer die Frage nach möglichen Altlasten. Das sei ein zentrales Thema bei den Diskussionen im Gemeinderat gewesen, sagt Urs Balsiger. Gemäss bisherigen Untersuchungen sollten sich keine Schadstoffe im Untergrund befinden. Und falls doch, müsste nicht die Gemeinde, ­sondern die Armasuisse für die Sanierungskosten aufkommen. Diese Haftungsfrage werde im Kaufvertrag geregelt, betont Urs Balsiger.

Hohe Liquidität

Auf die Gemeinde kommen in den nächsten Jahren einige grössere Investitionen zu wie etwa die Verkehrssanierung, der Hochwasserschutz und die Verlegung des Bahnhofs. Kann es sich Laupen überhaupt leisten, 600'000 Franken für ein Areal auszugeben, das in den nächsten paar Jahren noch nichts abwirft? Die Gemeinde habe aktuell eine hohe Liquidität, entgegnet Urs Balsiger. Das Fuder werde nicht überladen. Aber angesichts der grossen Projekte wird eine Prüfung auf Steuererhöhung notwendig werden.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 12.07.2018, 08:50 Uhr

Artikel zum Thema

Bäckerei Ritz schliesst - 65 Mitarbeiter entlassen

Laupen Was sich seit längerem abzeichnete, steht nun fest: Die Grossbäckerei Ritz AG stellt ihre Produktion ein. Damit verlieren 65 Mitarbeitende per Ende April ihre Arbeitsstelle. Mehr...

Stetiger Wechsel im Personal der Gemeinde Laupen

Laupen In den vergangenen 16 Jahren nahmen sechs Bauverwalter bei der Gemeinde Laupen die Arbeit auf – und gingen wieder. Gemeindepräsident Urs Balsiger (SVP) sucht nach Gründen. Mehr...

Marktplatz

Immobilien

Kommentare

Blogs

Mamablog Gewalt entsteht aus Überforderung

Sweet Home Platz da – die Dicken kommen!

Die Welt in Bildern

Kein Ball aber viel Rauch: Der Fussballer Tyler Roberts von Wales steht beim Spiel gegen Dänemark in Cardiff im Dunstkreis von einer Fan-Fackel. (17. November 2018)
(Bild: Matthew Childs) Mehr...