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Forscher lüften Geheimnisse um Glashütte von Court

In vier Publikationsbändern erklären Forscher, wie die Glashütte von Court von 1699 bis 1714 funktioniert hat. Der Bau der Autobahn A16 war der Auslöser für die Ausgrabung.

So könnte die Glashütte von Court auf der Grundlage der archäologischen Funde ausgesehen haben.
So könnte die Glashütte von Court auf der Grundlage der archäologischen Funde ausgesehen haben.
zcg/Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Max Stöckli

Die ehemalige Glashütte von Court im Berner Jura birgt keine Geheimnisse mehr. Der Archäologische Dienst des Kantons Bern hat nunmehr alle Erkenntnisse von 23 Forschenden in vier Fachbänden veröffentlicht.

Der Bau der Autobahn A16 (Transjurane) hatte von 2000 bis 2004 eine Rettungsgrabung über 7000 Quadratmeter Fläche nötig gemacht: Das riesige Lager für das Aushubmaterial bedrohte die Reste der Glashütte. Die Grabungen brachten die Produktionsgebäude sowie deren Schmelzöfen zutage, aber auch einen Teil der Arbeiterwohnräume sowie weitere Strukturen.

Die Glashütte war von 1699 bis 1714 in Betrieb. Die interdisziplinären Forschungsarbeiten brachten Licht in die verschiedenen Produktionsstätten, in die vielfältigen Techniken und in die Kenntnisse der Glasbläser, wie es am Dienstag an einer Medienorientierung vor Ort hiess.

Hinter den Handwerkern standen Frauen, Männer und ganze Familien, die – zur Freude der Forschenden – zahlreiche Gegenstände und Zeugnisse ihres Alltags hinterliessen. Dazu gehören Gläser, Töpfe, verschiedene Werkzeuge und Instrumente, Münzen, Heiligenmedaillen und vieles mehr.

Referenzwerk für Forscher

Der Archäologische Dienst hat auf dem Lagergelände jetzt Bauten erstellt, die an die Überreste erinnern. Die eigentliche Glashütte sowie zwei Wohngebäude sind durch kalkumrahmte Terrassen dargestellt. Sie befinden sich am Fundort, jedoch einige Meter weiter oben, weil das ganze Gelände massiv aufgefüllt worden ist. Eine Informationstafel gibt vor Ort zudem Auskunft über die archäologischen Entdeckungen.

Die beiden ersten Bände der Publikationsreihe widmeten sich den Funden sowie den Rohstoffen und Produktionstechniken. Die neu erschienenen Bände behandeln das Fundmaterial wie etwa die Kühl- und Haushaltskeramik, die Glasgegenstände sowie Artefakte aus Stein oder Knochen.

Der Umfang der Analysen mache aus der Publikation «ein Referenzwerk für die europäischen Glasspezialisten», schreibt der Kanton in seiner Mitteilung. Dank seines verständlichen Stils und seiner Abbildungen richte sich das Werk aber auch an ein breites Publikum.

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