Formel E spaltet die Stadtberner SP

Bern

Der Swiss E-Prix 2019 stösst nicht überall auf Zustimmung: Die SP sieht es anders als ihre Gemeinderäte. Und zwei Parteien haben eine Petition gegen das Autorennen lanciert.

Als Gemeinderäte fahren die SP-Vertreter Ursula Wyss und Michael Aebersold nicht auf Parteikurs.<p class='credit'>(Bild: Urs Baumann)</p>

Als Gemeinderäte fahren die SP-Vertreter Ursula Wyss und Michael Aebersold nicht auf Parteikurs.

(Bild: Urs Baumann)

Das Formel-E-Rennen in Bern sorgt für Differenzen zwischen der SP und ihren beiden Gemeinderatsmitgliedern. Die Partei ist dezidiert gegen den Anlass, den die Stadtregierung am vergangenen Freitag bewilligt hat.

«Wir haben mit Ursula Wyss und Michael Aebersold über das geplante Formel-E-Rennen gesprochen», sagte SP-Copräsidentin Edith Siegenthaler am Montag. «Wir sind aber nicht zu einer vollständig deckungsgleichen Position gelangt.»

«Kein Beitrag zu nachhaltiger Mobilität»

Was die SP vom Anlass hält, ist klar: «Ein Autorennen in der Stadt ist kein Beitrag zu einer nachhaltigen Mobilität», betonte die Partei in einem Communiqué vom Montag. Unter dem Deckmantel der Förderung «grüner Technologien» solle ein Grossanlass durchgeführt werden, der alles andere als nachhaltig sei.

Die Festlegung der Rennstrecke sei zudem ohne jeglichen Einbezug der Quartierbevölkerung erfolgt. Für die Einwohner der Stadt Bern überwögen die Nachteile des Anlasses. «Unter solchen Umständen spricht sich die SP Stadt Bern gegen die Durchführung des Rennens aus.»

Kritik auch an Nause

Im Communiqué werden die eigenen Gemeinderäte nicht erwähnt, hingegen wird CVP-Sicherheitsdirektor Reto Nause kritisiert. Die SP hält es für stossend, dass dieser bereits davon spreche, das Rennen auch in den kommenden Jahren in Bern durchzuführen.

Scharfe Kritik am Rennen hat auch das Grüne Bündnis geäussert. Die Partei ist durch Franziska Teuscher im Gemeinderat vertreten, deren persönliche Haltung nicht bekannt ist. Zusammen haben SP und GB drei der fünf Gemeinderatssitze inne.

Nause wollte am Montag auf Anfrage nicht sagen, ob der Entscheid der Stadtregierung einstimmig erfolgt sei. «Wir haben jetzt alle Freude, manche mehr, andere weniger», sagte er lediglich.

Widerstand mithilfe einer Petition

Derweil machen zwei Parteien mobil gegen das Formel-E-Rennen in Bern: Das Grüne Bündnis (GB) und die Junge Alternative (JA!) haben am Montag eine Petition gegen den Swiss E-Prix 2019 lanciert. Der Gemeinderat solle die Bewilligung für das Rennen zurücknehmen.

Die Stadtregierung habe übereilig entschieden, kritisieren GB und JA. Sie wollen ihre Petition einreichen, bevor im Stadtrat mehrere dringliche Vorstösse zum Thema behandelt werden.

In Zürich habe man mit dem Rennen schlechte Erfahrungen gemacht. Auch deshalb sei nicht nachvollziehbar, warum der Gemeinderat das Parlament und die Bevölkerung von seiner Entscheidung ausschliesse. Aus Sicht der Petitionäre sind Autorennen auch mit Elektroantrieb nicht zeitgemäss. «Die Stadt ist Lebensraum und keine Rennstrecke.»

tag/mb/sda

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