Gegenwind schon vor dem Projektstart

Vechigen

Es gibt Potenzial für einen Windpark mit mehreren Turbinen auf der Mänziwilegg. Zu diesem Ergebnis kommt eine Firma, die im Auftrag der Gemeinde Windmessungen durchgeführt hat.

Eine Fotomontage der Windpark-Gegner: Könnte Vechigens Ortsbild bald so aussehen?

Eine Fotomontage der Windpark-Gegner: Könnte Vechigens Ortsbild bald so aussehen?

(Bild: windpark-vechigen.ch)

Annic Berset

90 Meter hoch ist der Mast auf der Mänziwilegg in der Gemeinde Vechigen. Seit 2017 und noch bis zum August werden dort von der Firma Considerate Mes­sungen zum Windaufkommen durchgeführt. Diese sollen aufzeigen, ob genügend Wind vorhanden ist, um im grösseren Stil Windenergie zu gewinnen.

Und genau diese Messungen sorgen schon für Aufregung, bevor ein konkretes Projekt aus­gearbeitet wurde. Vor kurzem wurde ein erstes Gutachten für die Mänziwilegg publiziert. Die Messresultate würden das Windpotenzial für das Gebiet Vechigen bestätigen, teilte die Gemeinde mit.

Dass nun sofort ein Windpark mit Turbinen entstehen wird, haben die Resultate aber noch lange nicht zu bedeuten. «Wir müssen die Zahlen und Fakten erst einmal mit den Fachleuten anschauen und einordnen», sagt Vechigens Gemeindepräsident Walter Schilt (SVP).

Eine Standortbestimmung sei gefragt, um im Gemeinderat gemeinsam zu entscheiden, ob man das Windparkprojekt weiterhin unterstützen wolle oder nicht. Viel mehr kann Schilt zu diesem Zeitpunkt nicht sagen. «Wir können nicht weiter informieren, wenn wir selber noch nicht mehr wissen.»

Risiko und Unsicherheiten

Obwohl nach den ersten Messungen noch nichts in Stein gemeisselt ist, haben sich bereits diverse Gegner eines allfälligen Windparks zu Wort gemeldet. Der Park mit vier bis zehn geplanten Windturbinen sei für Vechigen ein finanzielles Risiko mit unabsehbaren Folgen, schreibt etwa die FDP Vechigen in der «Bantiger Post». Die Partei befürchtet den Ausbau von mehreren Strassen, der für den Betrieb nötig werden würde.

«Die publizierten Messwerte sprechen für sich, sie gehören schweizweit zu den schlechtesten, aufgrund deren ein Windparkprojekt überhaupt weiterverfolgt würde», sagt Tom Güggi, Vizepräsident der Interessengemeinschaft «Weitsicht für Vechigen». Die Ertragsprognose sei ­bescheiden und mit einem hohen Unsicherheitsfaktor behaftet.

«Wir sind der Ansicht, dass mit dem gemessenen Mittelwert der Windgeschwindigkeit von 4,5 Metern pro Sekunde keine sinnvolle Stromproduktion im Gebiet möglich ist», führt Güggi weiter aus. Dass mit einem Windpark aber Lebens- und Erholungsraum verloren gehen könnte, findet die IG fatal.

«Weitsicht für Vechigen» befürchtet, dass das Projekt nur deshalb weiterverfolgt wird, weil immer mehr erneuerbare Energien gefordert werden. «Und ein Standort, bei dem der Gemeinderat einem solchen Projekt positiv gegenübersteht, ist natürlich praktisch», so Tom Güggi.

Vechigens Gemeindepräsident beschwichtigt. «Wir wollen nicht an der Bevölkerung vorbeipolitisieren, der Gemeinderat drückt das Projekt nicht um jeden Preis durch.» Genau deshalb gelte es nun herauszufinden, wie die Stimmung in der Bevölkerung sei.

«Man sollte nicht von Anfang an etwas negativ bewerten, wenn man noch gar nicht genau weiss, wie es aussehen könnte», meint Walter Schilt. Es gehe bei der Planung des Windparks vor allem darum, etwas in die Zukunft zu investieren.

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