Fussballfans schlimmer als Eishockeyfans

Das neue Rapportsystem für Gewalttaten zeigt: Bei Fussballspielen kommt es zu deutlich mehr gewalttätigen Ereignissen als bei Eishockeyspielen.

Im letzten halben Jahr kam es bei 35 Prozent aller Fussballspiele zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. (Symbolbild)

Im letzten halben Jahr kam es bei 35 Prozent aller Fussballspiele zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. (Symbolbild)

(Bild: Reto Oeschger)

Seit einem halben Jahr testen Bund und Kantone ein neues Rapportsystem für Gewalttaten. «Es erfasst einheitlich alle Fälle von Gewalt rund um Eishockey- und Fussballspiele. Und ermöglicht so erstmals genaue Statistiken», sagt Markus Jungo, Chef der Polizeilichen Koordinationsplattform Sport in Freiburg. «Nach sechs Monaten sind die Zahlen noch klein. Aber sie lassen bereits interessante Schlüsse zu.»

Auffällig sind die Unterschiede nach Sportart. Im Eishockey kam es bei 10 Prozent aller Partien zu gewalttätigen Ereignissen. Beim Fussball waren es 35 Prozent, die meisten Vorfälle von besonderer Schwere. «Der Hooliganismus ist historisch im Fussball verankert. Deshalb gibt es dort deutlich mehr gewalttätige Ereignisse als im Eishockey», sagt Lulzana Musliu vom Bundesamt für Polizei.

GC verzeichnet laut Reporting die meisten Problemspiele im Fussball. Der Club war in sechs Monaten an elf Partien mit besonders schwerer Gewalt beteiligt. Dahinter folgten der FCZ mit acht und der FC Basel mit sieben Begegnungen. Thun und YB folgen im Mittelfeld. Im Eishockey führte Rapperswil (fünf) vor den ZSC Lions (vier) und Kloten (drei) die Liste der Krawalle an. Die Berner Clubs stehen auch hier nicht im Fokus.

Tatsächlich randalieren Sportfans sogar noch öfter. Das System erfasst nur Ereignisse, die im Umfeld von Spielen geschehen. Die Schlägereien verfeindeter Ultras von FCZ und GC in Zürich, wie sie in den letzten Monaten wiederholt aufgetreten waren, sind in der Aufstellung nicht enthalten. (gam)

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