«Fussball ist der grösste Katalysator bei der Integration»

Bern

Am Samstag spielt der FC Breitenrain gegen den FC Tuggen. Zu diesem Match werden auch 100 Asylsuchende aus dem benachbarten Asylzentrum Bern-Viktoria vom Club eingeladen.

Tsegay Tesfay (26), Simon Abraham (24) und Semere Hayelom (22) auf dem Spitz: Am Samstag werden sie vom FC Breitenrain zum Fussballspiel gegen Tuggen eingeladen.

Tsegay Tesfay (26), Simon Abraham (24) und Semere Hayelom (22) auf dem Spitz: Am Samstag werden sie vom FC Breitenrain zum Fussballspiel gegen Tuggen eingeladen.

(Bild: Claudia Salzmann)

Claudia Salzmann@C_L_A

Am Freitagmittag stehen auf dem Sportplatz Spitalacker die Asylsuchenden Tsegay Tesfay, Simon Abraham und Semere Hayelom aus Eritrea gelangweilt an der Sonne. Gerade kommt Christoph Schöbi, Sportchef des FC Breitenrain, an und drückt den drei Trikots und einen Ball in die Finger. «Morgen spielen wir gegen Tuggen, kommt doch auch», sagt er auf Hochdeutsch zu ihnen. Zwei schauen verdutzt, als Hayelon übersetzt, nicken sie und versprechen zu kommen.

Sie sind nicht die drei einzigen, die vom FC Breitenrain eingeladen wurden: Der Club schenkt dem Asylzentrum Bern-Viktoria, das sich gleich neben dem «Spitz» befindet, 100 Tickets für die Partie gegen FC Tuggen. «Wir freuen uns sehr, wenn wir von den Nachbarn eingeladen werden», sagt Martin Trachsel, Leiter des Asylzentrums, auf Anfrage. Er schätzt, dass bis zu 50 Personen aus seinem Zentrum an die Partie kommen werden.

Dass solche Einladungen der Integration dienen, ist sich Christoph Schöbi, Sportchef beim FC Breitenrain, sicher: «Fussball ist der grösste Katalysator bei der Integration. Dieses Spiel verbindet alle Nationen über alle Grenzen hinweg.»

Tickets und Trikots

Am Spiel werden 500 Zuschauer erwartet. «Wir hoffen natürlich, dass die Flüchtlinge unsere Fankurve vergrössern werden und uns lautstark unterstützen werden», erklärt Schöbi. Nicht nur Tickets macht der FC Breitenrain locker: «Für die Flüchtlinge haben wir die auf diese Saison hin ersetzten Dress der zweiten, dritten und vierten Mannschaft reserviert», sagt Schöbi.

Mitorganisiert wird der Event vom Fanlokal Halbzeit. «Seit Jahren laden wir Flüchtlinge an Spiele ein, da ist es selbstverständlich, dass wir unsere neuen Nachbarn auch einladen», erklärt Lukas Meier, Co-Präsident der Halbzeit. Mit dem FC Breitsch habe man an einen engen Kontakt. Es sei toll, dass sich viele gemeinsam engagieren und Begegnungen ermöglichen. «Das wird sicher ein Fussballfest», freut sich Meier.

FC Breitenrain - FC Tuggen: Samstag, 16 Uhr. Sportplatz Spitalacker.

Berner Zeitung

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