Fusionierte Gemeinde soll Kirchdorf heissen

Kirchdorf

Für die Gemeinderäte von Kirchdorf, Gelterfingen, Mühledorf und Noflen gibt es keinen Grund gegen einen Zusammenschluss.

Am Gerzensee solls jetzt zu einer Fusion im kleineren Rahmen kommen: Kirchdorf (hinten links) und Mühledorf (rechts) wollen sich mit Noflen und Gelterfingen zusammenschliessen.

Am Gerzensee solls jetzt zu einer Fusion im kleineren Rahmen kommen: Kirchdorf (hinten links) und Mühledorf (rechts) wollen sich mit Noflen und Gelterfingen zusammenschliessen.

(Bild: Andreas Blatter)

Johannes Reichen

Mehr als 50 Seiten umfasst der Grundlagenbericht zur möglichen Fusion der Gemeinden Kirchdorf, Gelterfingen, Mühledorf und Noflen. Er zählt vorwiegend Vorteile einer Fusion auf. «Aus unserer Sicht spricht nichts gegen eine Fusion», sagt Paul Messerli (SVP), Gemeindepräsident von Kirchdorf und Mitglied der Projektsteuerung, die den Bericht verfasst hat. Nun kann sich bis am 28. Mai die Bevölkerung dazu äussern. «Ich bin zuversichtlich, dass sie es gleich sieht wie wir.»

Die Projektsteuerung schlägt vor, dass die neue Gemeinde Kirchdorf heisst. «Das war eigentlich unbestritten», so Messerli. Kirchdorf ist auch als Standort der Verwaltung vorgesehen. Dafür soll die fusionierte Gemeinde ein neues Wappen und ein Logo bekommen. Der Gemeinderat soll sieben Mitglieder zählen, wobei in der ersten Legislatur für die vier Dörfer noch eine Sitzgarantie gilt.

Gesunde Finanzlage

Aus Sicht der Projektsteuerung ist die finanzielle Perspektive «zufriedenstellend» und stellt «keinerlei Hindernis für eine Fusion» dar. Die Steueranlage soll bei mindestens 1,55 und maximal 1,59 Einheiten liegen. «Damit lägen wir im Mittel der bernischen Gemeinden oder etwas darunter», sagt Messerli. Für die Mühledorfer (heute 1,24 Einheiten) und Gelterfinger (1,40) würden die Steuern steigen, in Kirchdorf (1,59) und Noflen (1,64) wären die Änderungen geringer.

Die Verwaltung soll mit 4,2 Stellen besetzt werden, was jährliche Kosten von 500'000 Franken ausmacht. In den ersten beiden Jahren wären die Zahlen aber etwas höher. Der Übergang würde einmalige Kosten verursachen. Dafür könnte die Gemeinde mit einem Kantonsbeitrag von rund 800'000 Franken rechnen.

Zweiter Anlauf

Die vier Gemeinden haben schon viel Erfahrung mit Fusionsplänen. Vor anderthalb Jahren scheiterte ein Fünferprojekt am Nein aus Gerzensee. Zu den neuerlichen Abklärungen sagten letzten Dezember alle vier Gemeindeversammlungen Ja. Die neue Gemeinde würde rund 1800 Einwohner zählen.

Die entscheidende Abstimmung findet an der Urne statt und ist für den 27. November geplant. Die Fusion soll auf Anfang 2018 erfolgen.

Informationsanlass: Montag, 2. Mai, 19.30 Uhr, Turnhalle Kirchdorf.

Berner Zeitung

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