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Für die Kinder leert Wiggiswil seine Kassen

Wiggiswil hat teure Kinder. Die Schulgelder drücken die Zwerggemeinde in die roten Zahlen. Zeit, um einen alten Notgroschen aus der Schublade zu holen.

Gemeindeschreiberin Susanne Stettler vor der gemeinsamen Schule von Wiggiswil und Deisswil.
Gemeindeschreiberin Susanne Stettler vor der gemeinsamen Schule von Wiggiswil und Deisswil.
Urs Baumann

Will der Gemeinderat von Wiggiswil alle Bürger zu einem Ausflug einladen, müsste er dafür nur einen einzigen Reisecar mieten. Einen Doppelstöcker immerhin. Wiggiswil, der kleine Nachbar von Münchenbuchsee, zählt gerade einmal 99 Einwohner. Die Gemeinde ist ein Pünktchen auf der Landkarte.

Das hat Vorteile: Während Politiker im Berner Stadtparlament hitzig über Sparpotenzial debattieren,ist das Budget von Wiggiswil relativ einfach gestrickt. Total gibt die Gemeinde pro Jahr etwa 350'000 Franken aus, der Steuerzehntel liegt bei 14'000 Franken. Von einem aufgeblähten Verwaltungsapparat kann nicht die Rede sein. Da ist einzig Gemeindeschreiberin Susanne Stettler, die ihre Arbeit für Wiggiswil in einem 28-Prozent-Pensum erledigt. Die Nachteile liegen auf der Hand: Es braucht nicht viel, und eine Zwerggemeinde wie Wiggiswil serbelt dahin. So hat es auch nicht viel gebraucht, um die Gemeindefinanzen durcheinanderzuwirbeln. In den nächsten Jahren rechne Wiggiswil mit Defiziten von einigen 10'000 Franken, sagt Susanne Stettler. Das sind schnell einmal zwei, drei Steuerzehntel. Und wer ist schuld am Desaster? Um es provokativ zu formulieren: die Kinder. Respektive die Eltern, die sie zeugten.

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