Für alternatives Wohnen gehen die Plätze aus

Bern

Durch den Bahnhofumbau und die geplante Überbauung im Viererfeld droht den Stadtnomaden der Verlust von zwei Plätzen. Die Hüttendorfzone in Riedbach ist wegen Einsprachen aber weiterhin tabu.

Der Hirschenpark wird ab 2017 zur Grossbaustelle. Für die Stadtnomaden wird deshalb ein Ausweichplatz gesucht.

Der Hirschenpark wird ab 2017 zur Grossbaustelle. Für die Stadtnomaden wird deshalb ein Ausweichplatz gesucht.

(Bild: Andreas Blatter)

Christoph Albrecht

Hirschenpark, Viererfeld, Gaswerkareal und Saali: Vier Standorte stehen den Stadtnomaden in Bern derzeit zur Verfügung. Nach dem Rotationsprinzip ziehen sie mit ihren Wohnwagen alle drei Monate von einem Standort zum nächsten. Dies so lange, bis in Riedbach die Hüttendorfzone bereit ist.

2013 hatte das Stimmvolk der Sonderzone für experimentelles Wohnen zugestimmt und somit Ja zu einem neuen Standplatz für die Stadtnomaden gesagt. Bis heute wird das Projekt jedoch blockiert. Weil Gegner die Landwirtschaftsfläche nicht freigeben wollen, wehren sie sich mit Einsprachen – und scheinen bereit zu sein, ihre Beschwerde wenn nötig bis vors Bundes­gericht zu ziehen. Jahrelange Verzögerungen sind damit programmiert.

Bald nur noch drei Plätze?

Für die Stadtnomaden bedeutet dies nicht nur, dass sie weiter auf ihr neues Zuhause warten müssen. Durch die Verzögerungen müssen sie nun auch um zwei ihrer bisherigen Standorte bangen. So wird der Hirschenpark beim Henkerbrünnli, wo sich die Stadtnomaden zurzeit aufhalten, ab 2017 zum riesigen Installationsplatz für den Bahnhofumbau umfunktioniert.

Für die Stadtnomaden wird es während der rund zehnjährigen Bauphase keinen Platz mehr haben. Mit der geplanten Überbauung im Viererfeld steht zudem ein weiteres Grossprojekt in der Pipeline. Sollte das neue Quartier am Rande der Länggasse gebaut werden, wird für die Stadtnomaden auch dieser Standort verloren gehen.

Bei der Stadt ist man sich der Problematik bewusst. «Wir suchen derzeit nach einem möglichen Standort für die Stadtnomaden», sagt der städtische Informationschef Walter Langen­egger. Zwar sei es nicht aus­geschlossen, dass es beim Bahnhofumbau noch zu Verzögerungen komme und der Hir­schenpark für die Stadtnomaden somit noch länger zur Verfügung stehen werde.

Man rechne aber grundsätzlich mit dem Baubeginn im Jahr 2017. «In gut einem Jahr brauchen wir daher eine Alternative.» Ganz einfach scheint sich die Suche indes nicht zu gestalten. «Es wird immer schwie­riger, solche Plätze zu finden», so Langenegger. Das Ziel sei zwar, den Stadtnomaden auch künftig vier Standorte anbieten zu können. Auch Zwischenlösungen seien aber eine Option. «Es ist möglich, dass eine Zeit lang nur drei Plätze verfügbar sein werden.»

Sowohl die Stadtnomaden als auch die Hüttendorfzone in Riedbach stehen auch heute im Stadtrat auf der Traktandenliste.

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