Fünf Jahre Planung für das grosse Fest

Walkringen

Wo jetzt noch eine dicke Schneeschicht die Felder und Wiesen bedeckt, werden im August über 5500 Sportler um den Sieg am Eidgenössischen Hornusserfest kämpfen.

Urs Gertsch, Beat Grunder und Walter Bichsel (v.l.) brüten seit fünf Jahren über den Plänen für das Hornusserfest.

Urs Gertsch, Beat Grunder und Walter Bichsel (v.l.) brüten seit fünf Jahren über den Plänen für das Hornusserfest.

(Bild: Raphael Moser)

Am Eingang zum Emmental, eingebettet zwischen sanften Hügeln, erstreckt sich das Walkringermoos. Kleine Weiler, weite Felder und Wiesen, bewaldete Anhöhen charakterisieren die Region rund um Walkringen. Neben Strasse und Bahnlinie, die sich das Tal entlangziehen, fliesst der Biglebach. Die beschauliche Gegend wird im August Schauplatz eines der ältesten Volksfeste der Schweiz: Die Hornusser­gesellschaften Bigenthal-Walkringen und Wäseli aus Vechigen tragen das 38. Eidgenössische Hornusserfest aus.

Die Eingabe

«Die Idee dafür ist an einem geselligen Abend bei den Hornussern Wäseli entstanden», sagt Urs Gertsch. Er ist im Fest-OK und gemeinsam mit Walter Bichsel zuständig für die Wettkampfin­frastruktur. Beat Grunder, ebenfalls Mitglieder des OK, stimmt ihnen zu. Allein hätte keine der beiden Gesellschaften die Ressourcen dafür, ein solches Fest auf die Beine zu stellen. «Unsere Vereine verbindet eine Freundschaft, wir haben es gut miteinander», sagt Beat Grunder. Und das Fest schweisse sie noch mehr zusammen, sind die drei Männer überzeugt.

2013 reichten die beiden Ver­eine ihre Bewerbung bei der ­eidgenössischen Hornusserversammlung ein. «Man kennt sich, spricht miteinander», erklärt Walter Bichsel. Bei Hornussern werde man nicht konkurrenziert. Macht ein Verein eine Eingabe, erhält er meist auch den Zuschlag.

Die Ausmasse

Dass sich die Eingaben in Grenzen halten, hat auch mit den Ausmassen eines Hornusserfestes zu tun. Es gibt nicht viele Orte, die über genügend Platz verfügen. Besonders im Berner Mittelland. «Hier bei uns ist es nicht wie im Seeland oder im Kanton Thurgau, wo es grosse, freie Flächen gibt.» Denn der Platzbedarf ist enorm: Die 33 Spielfelder – die Riese – benötigen gleich viel Platz wie 100 Fussballfelder. Hinzu kommen das Festgelände, Parkplätze, Zufahrtsstrassen, Unterkünfte.

Die Hornusser mussten in Walkringen etwas pröbeln, um die Spielfelder anzuordnen. «Ursprünglich wollten wir die Riese in Reih und Glied hintereinander abstecken», erklärt Beat Grunder. Doch der Biglebach machte diesem Ansinnen einen Strich durch die Rechnung: Damit genügend Fläche für die Spielfelder frei wäre, hätte man ihn abdecken müssen. «Das war uns zu aufwendig und zu teuer.» Nun befinden sich die Spielfelder in fünf Einheiten verteilt über das Gelände. Für die weiteren Wege, die daraus resultieren würden, stünden im August Shuttlebusse bereit.

Die Aufgaben

Die Planung der Spielfelder war eine Aufgabe von vielen. «Je nach Arbeitsgebiet haben wir Organisatoren bisher bis zu 200 Stunden Arbeit investiert», rechnet Urs Gertsch vor. Jeder habe sein Ämtli bekommen: Sponsoren suchen, Sicherheitskonzept erstellen, Unterhaltungsprogramm organisieren. Viel Zeit würde die Koordination der Helfer beanspruchen: Die Verantwortlichen müssen die Arbeitseinsätze von 700 Freiwilligen einteilen.

Besonders das Einholen der Bewilligungen der Landbesitzer sei aufwendig gewesen: Die geplanten Spielfelder erstrecken sich über die Parzellen von 27 Bauern. «Es kam uns zugute, dass die Landbesitzer dem Fest gegenüber positiv eingestellt sind», erzählt Walter Bichsel. Jedoch hätte der erste Plan geändert werden müssen, und damit seien auch neue Verhandlungen nötig geworden. «Jetzt läuft aber alles gut mit den Bauern.» Es sei wichtig gewesen, sie rechtzeitig ins Boot zu holen. Denn es hätten viele Faktoren abgeklärt werden müssen, wie beispielsweise die Fruchtfolge auf den betroffenen Feldern. «Die Bauern brauchten zudem Zeit, das Grün für die Spielfelder anzusäen.»

Der Feinschliff

Das Fest rückt näher. Was nun noch nötig ist, seien die Feinarbeiten, sagen die drei Männer. Besonders arbeitsintensiv werde die Zeit unmittelbar vor dem Fest: Die Wiesen müssen gesäubert, die Spielfelder mit einem Geometer abgemessen werden. Die Helfer stellen Fest- und Sanitätszelte und Tribünen auf. Wegweiser, Beschriftungen, Absperrbänder werden angebracht. Und dann sind die Walkringer Hornusser bereit für die 250 Hornussergesellschaften, 5500 Sportler und 20'000 Besucher.

Informationen: www.ehf2018.ch.

Berner Zeitung

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