Früh übt sich, wer ein Velofahrer werden will

Bern

Kinder sollen sicher Velo fahren lernen. Dafür plant die Stadt Bern dreissig Velo-Freizeitanlagen.

Auch im Winter befahrbar: Ein kleiner Kickboarder flitzt durch den bereits bestehenden Rollpark in der Lorraine.

Auch im Winter befahrbar: Ein kleiner Kickboarder flitzt durch den bereits bestehenden Rollpark in der Lorraine.

(Bild: Christian Pfander)

Nur geübte Velofahrerinnen und Velofahrer bewegen sich sicher im Stadtverkehr – so weit die Annahme. Will man den Veloverkehr fördern, muss man demzufolge dafür sorgen, dass Kinder üben können, wie man auf Zweirädern fährt. Dort setzt der Berner Gemeinderat mit dem Konzept für Velo-Freizeitanlagen an, welches er gestern präsentiert hat. Das Konzept sieht vor, bis 2028 rund dreissig Velo-Freizeitanlagen anzulegen, verteilt über das ganze Stadtgebiet.

«Gerade in urbanen Gebieten sind nur noch wenige Strassen und Plätze vorhanden, auf denen das Velofahren gefahrlos erlernt werden kann», schreibt der Gemeinderat in seiner Medienmitteilung. Auf den Velo-Freizeitanlagen soll Jung und Alt abseits des Strassenverkehrs spielerisch Velo fahren lernen oder Velofahren als Hobby pflegen können.

Spielplätze und Buckelpisten

Im Konzept werden verschiedene Bedürfnisse berücksichtigt. So sind Velospielplätze geplant, wo Kleinkinder mit ihren Laufrädern erste Fahrversuche machen können. Als Ergänzung dazu will die Stadt sogenannte Rollparks bauen, asphaltierte Landschaften aus Wellen und Mulden, die sowohl mit Laufrädern und Kickboards als auch mit Fahrrädern und Rollbrettern genutzt werden können.

Für ältere Kinder, Jugendliche und BMX-Fahrer ist in jedem Stadtteil mindestens ein Pumptrack geplant. Pumptracks sind Rundkursanlagen aus Asphalt oder Erdmaterial, in der Regel als wilde Buckelpiste angelegt. Im Osten und im Westen der Stadt soll je eine Rollsportanlage entstehen, zudem sind je ein Spielfeld für Roll- und Strassenhockey, ein Geschicklichkeitsparcours an einem gedeckten Standort und ein Jumptrail geplant. Für den Verkehrskundeunterricht der Polizei ist ein fest installierter Verkehrspark vorgesehen.

«Unser Hauptziel ist es, den Kindern und Jugendlichen das Velofahren wieder nahezubringen», sagt Christian Bigler, Leiter des Sportamtes der Stadt Bern. «Nur wer sich auf dem Velo sicher fühlt, nutzt es im Alltag als Verkehrsmittel», bestätigt er die vorangestellte Annahme. Im Zuge der Velooffensive der Stadt Bern, die den Veloanteil am Verkehr bis 2030 auf mindestens 20 Prozent erhöhen will, sei die Nachwuchsförderung ein wichtiges Thema.

Als Pilotprojekt soll im Rossfeld eine Pumptrack-Anlage gebaut werden. Dafür wird 2019 ein entsprechender Kreditantrag vorbereitet. Als Nächstes wird das Konzept Velo-Freizeitanlagen dem Stadtrat zur Kenntnis gebracht. Die geschätzten Kosten für das Gesamtprojekt betragen gut 5 Millionen Franken.

kra

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