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Friedliche Demonstration, explosives Transparent

Am meisten Aufsehen an der friedlichen Anti-WEF-Demo vom Samstag erregte ein «Kill Trump»-Transparent.

Den roten Atomknopf drückt hoffentlich keiner. Dieses Transparent könnte juristische Folgen haben.
Den roten Atomknopf drückt hoffentlich keiner. Dieses Transparent könnte juristische Folgen haben.
Raphael Moser
Ist mit der Arbeit der Polizei zufrieden: Berns Sicherheitsdirektor Reto Nause.
Ist mit der Arbeit der Polizei zufrieden: Berns Sicherheitsdirektor Reto Nause.
Keystone
Hier standen zahlreiche Einsatzfahrzeuge.
Hier standen zahlreiche Einsatzfahrzeuge.
Jürg Spori
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Der Anblick war grimmig: In den vordersten Reihen der Anti-WEF- und Anti-Trump-Kundgebung vom Samstagnachmittag in der Berner Innenstadt dominierten schwarze Kapuzenpullis, über die Nase gezogene schwarze Halstücher, dunkle Sonnenbrillen.

Die «Revolutionäre Jugend» skandierte den Tod des Kapitalismus, die Auferstehung von Kommunismus und Anarchie, und natürlich tauchte auch das Hammer-und-Sichel-Symbol der untergegangenen Sowjetunion auf.

Trotz des militant wirkenden Auftritts blieb die Demonstration – abgesehen von ein paar Knall- und Rauchpetarden – relativ leise und durchwegs friedlich. In den hinteren Rängen des Demozuges marschierten auffallend viele Leute mit, die nicht zum abgebrühten Demopublikum zählen: Eltern, die ihren Nachwuchs in Kinderwagen mit schoben, oder Angehörige der 68er-Generation, die ein kleines Zeichen gegen die Politik von US-Präsident Donald Trump setzen wollten, der übernächste Woche am World Economic Forum (WEF) von Davos erwartet wird.

So zogen am Samstag die WEF-Gegner durch Bern. Video: Tamedia/SDA

Zum reibungslosen Ablauf der unbewilligten Kundgebung trug auch die Polizei bei. Sie eskortierte den (aus Sicht der Organisatoren bloss) rund 500-köpfigen Demo-Zug umsichtig und leitete vorauseilend den Verkehr um, damit die Kundgebenden freie Strasse hatten. Nur einmal, als der Zug in Richtung US-Botschaft abzubiegen drohte, zeigten die Sicherheitskräfte kurz die Muskeln.

Kurz später war die Stimmung so entspannt, dass einzelne Demonstrierende sich rasch im Starbucks aufwärmten — etwas «America First» an der Anti-Trump-Demo. Dass der US-Botschafter in einer «Demonstrationswarnung», die dieser Zeitung vorliegt, seine Landsleute ermahnt, «grosse Menschen­ansammlungen» zu meiden und sich «unauffällig» zu verhalten, scheint fast unverhältnismässig.

Aggressiv wirkte indessen ein Transparent: «Tötet Trump mit seiner eigenen Waffe» stand plötzlich vorne am Demozug. Die Berner Behörden erwägen nun, deswegen ein Verfahren zu er­öffnen – wie sie das bereits im vergangenen März taten, als Demoteilnehmer ein «Kill Erdogan»-Plakat gegen den türkischen Präsidenten zeigten. Bis jetzt sind aus diesem Verfahren aber keine Resultate bekannt.

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