Friedliche Demo, heikles Plakat

Die Anti-Pnos-Demo vom Samstag verlief ohne Zwischenfälle. Einzig ein fragwürdiges Transparent sorgte – auch unter den Protestierenden – für Kopfschütteln.  

Demonstrierende ziehen durch die Altstadt – mit dabei: ein fragwürdiges Transparent. Foto: Jürg Spori

Demonstrierende ziehen durch die Altstadt – mit dabei: ein fragwürdiges Transparent. Foto: Jürg Spori

Michael Bucher@MichuBucher

Die Stadt Bern erlebte am Samstag wieder mal einen Demonstrationstag. Unter dem Motto «Bunt statt braun!» hatten linke Kreise zum Protest gegen den gleichentags stattfindenden Parteitag der ultrarechten Pnos (Partei National Orientierter Schweizer) aufgerufen. Rund 500 Personen nahmen am Nachmittag an der bewilligten Kundgebung in der Berner Altstadt teil. Die Demonstration, welche ab 14 Uhr vom Bärenpark bis auf die Schützenmatte führte, verlief friedlich. Einzig der öffentliche Busverkehr war vorübergehend beeinträchtigt. Die aufgebotene Polizei hielt sich im Hintergrund.

Zu reden gab jedoch ein Transparent, welches Demonstrierende in die Höhe hielten. «Ein Baum, ein Strick, ein Pnos-Genick» war dort zu lesen. Dieser Spruch ging wohl auch einigen Protestierenden zu weit. Auf dem linken Nachrichtenportal Barrikade.info schreibt ein anonymer Demoteilnehmer, er finde die Pnos zwar auch daneben, «eine Morddrohung geht für mich aber zu weit». Er habe deshalb den Demozug verlassen.

Pnos war in Melchnau

Um den Pnos-Parteitag herrschte lange Zeit Verwirrung. Der Treffpunkt wurde geheim gehalten, um sich vor linken Störmanövern zu schützen. Ursprünglich sollte das Treffen in Oensingen SO stattfinden. Doch am Freitag verhinderten die örtlichen Behörden die Durchführung in ihrer Gemeinde.

Wie TeleBärn am Sonntag berichtete, ging der Parteitag schliesslich im Restaurant Linde im oberaargauischen Melchnau über die Bühne. Der Wirt erklärt gegenüber dem Regionalsender, die Hintergründe der Veranstaltung nicht gekannt zu haben.

Ohne Spencer

Laut einem Facebook-Eintrag der Pnos waren 70 Leute am Parteitag dabei. Aus dem Eintrag geht hervor, dass der eingeladene Richard Spencer nicht vor Ort war. Dem Anführer der amerikanischen White-Supremacy-Bewegung seien die Ausreise aus den USA und die Einreise in die Schweiz verboten worden. Anwesend waren hingegen Alt-Nationalrat Valentin Oehen sowie Eric Weber von der «Volksaktion gegen zu viele Ausländer und Asylanten in unserer Heimat».

Berner Zeitung

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