Formel E: Widerstand aus dem Quartier

Rund 100 Personen nahmen an der ersten Informationsveranstaltung zum Formel-E-Rennen teil. Die Mehrheit scheint kritisch eingestellt.

Erst die Medien, dann die Anwohner: Reto Nause und Pascal Derron standen Red und Antwort.

Erst die Medien, dann die Anwohner: Reto Nause und Pascal Derron standen Red und Antwort.

(Bild: Markus Ehinger)

Markus Ehinger@ehiBE

Die Wogen gingen hoch im Zentrum Paul Klee. Rund 100 Anwohnerinnen und Anwohner aus dem Obstberg- und dem Schosshaldenquartier folgten am Montagabend der Einladung der Swiss E-Prix Operations AG, der Veranstalterin des Formel-E-Rennens vom Juni 2019. Nachdem deren CEO Pascal Derron und Gemeinderat Reto Nause die Anwesenden mit Informationen zum Rennen versorgt hatten, wurde schnell klar: Die grosse Mehrheit der Leute im Saal ist gegenüber dem E-Prix kritisch bis negativ eingestellt.

«Das ist ein absoluter Horror», rief eine Frau. Von Dialog könne keine Rede sein, zumal das Quartier vor vollendete Tatsachen gestellt worden sei. Das Rennen ist beschlossene Sache. Nause entgegnete, dass eine frühere Information der Bevölkerung nicht möglich gewesen sei. Weitere Infoveranstaltungen folgen.

Die Diskussion wurde zum Teil hitzig geführt. Viele Leute stören sich etwa daran, dass der E-Prix unumstösslich ist – und dass daran auch der Protest aus dem RGM-Lager nichts ändern kann. Eine Anwohnerin sprach von «Vergewaltigung eines ganzen Quartiers».

Trotz der Kritik blieben Derron und Nause ruhig und sachlich. «Wir versuchen, für alle Sorgen und Probleme eine Lösung zu finden», versprach Letzterer. Weitere Fragen betrafen die Auf- und Abbauarbeiten, den ÖV sowie den Zugang zum Quartier. Derron erklärte, dass es für Anwohnerinnen, Anwohner und deren Gäste einen Zutrittsbadge geben werde. So soll verhindert werden, dass Besucher einfach ins Quartier gelangen können.

Neben aller Kritik gab es auch positive Voten. «Das ist eine grosse Chance für Bern», sagte ein Mann. Und der bekannte Journalist und Autor Walter Däpp, der ebenfalls vom Rennen betroffen sein wird, sagte: «Ein Autorennen gehört nicht in die Stadt Bern. Aber wir werden das überleben.»

Berner Zeitung

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