Flughafen Bern-Belp: Keine Spekulationen über ein Aus

Der Flughafen Bern-Belp hängt stark von der Fluggesellschaft Skywork ab. Wie geht man dort mit den Finanzierungsproblemen von Skywork um?

Mathias Gantenbein, CEO Flughafen Bern AG, gibt Auskunft aus Sicht der Flughafenbetreiberin.
Video: Michael Bucher

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Es ist alles wie immer am Montagnachmittag. Flugzeuge landen, Flugzeuge starten, im Terminal des Flughafens Bern-Belp herrscht ein Kommen und Gehen. Im Namen des Flughafens und der Fluggesellschaft Skywork weist ein Sprecher auf den Flug nach München hin. Um 16.40 Uhr hebt die Maschine pünktlich ab. Nach und nach spricht sich die Neuigkeit vom drohenden Skywork-Grounding herum. «Das wäre eine Katastrophe», sagt ein Besucher.

Was würde ein Aus der Airline für den Flughafen bedeuten? Direktor Mathias Gantenbein will «nicht spekulieren». Natürlich sei es für den Flug­hafen sehr wichtig, wie es mit Skywork weitergehe, und der Flughafen werde die Airline im Rahmen seiner Möglichkeiten unterstützen. «Das kann von Rabatten bis zu gemeinsamen Marketingaktionen gehen», sagt Gantenbein.

Skywork klagt oft über die Bedingungen im Belpmoos, etwa wegen der unbefriedigenden Wartung oder des hartnäckigen Nebels. Zuletzt sei die Zusammenarbeit sehr gut gewesen, sagt Gantenbein. Gemeinsam sei es gelungen, das Passagiervolumen zu erhöhen. Auch Christian Wasserfallen, Präsident der Interessengemeinschaft Berner Luftfahrt (IGBL), will sich nicht zur Frage äussern, was ein allfälliges Skywork-Grounding für den Standort Belp bedeuten könnte.

Der Winter als Herausforderung

Tatsache sei, dass das Bundesamt für Zivilluftfahrt schon öfter pro forma von Fluggesellschaften gewisse Sicherheiten verlangt habe. «Das Bazl will keinen zweiten Fall Hello.» Die Airline aus Basel ging vor fünf Jahren überraschend in Konkurs. «Seitdem ist das Bazl übervorsichtig.» Klar sei aber auch, dass der Winterflugplan die deutlich grössere Herausforderung darstelle als das Sommergeschäft.

Skywork habe bewiesen, dass sie 200'000 Passagiere befördern könne – auch wenn es derzeit deutlich weniger sind. Die Airline biete in Bern ein sehr wertvolles Angebot, das sie über Jahre hinweg aufgebaut habe, so der FDP-Nationalrat. «Dabei ging sie an die Schmerzgrenze.» Denn die Situation sei schwierig, die Kosten für die Flugsicherung seien hoch, es gebe viele Regulierungen. «Als IGBL wollen wir mithelfen, die Rahmenbedingungen zu verbessern.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 16.10.2017, 20:09 Uhr

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