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Fischsterben im «Chräbsbach»

Wegen einer Gewässerverschmutzung sind im «Chräbsbach» zwischen Meikirch und Kirchlindach über 500 Fischen verendet. Die Ursache des Fischsterbens ist unklar. Polizei und Fischereiaufseher ermitteln gemeinsam.

Fischereiaufseher Martin Schmid suchte gestern mit dem Elektrofischgerät nach Fischen im Chräbsbach. Während über 500 Bachforellen verendet sind, blieben Krebse und Stichlinge heil.
Fischereiaufseher Martin Schmid suchte gestern mit dem Elektrofischgerät nach Fischen im Chräbsbach. Während über 500 Bachforellen verendet sind, blieben Krebse und Stichlinge heil.
Urs Baumann

Die Bachforellen im «Chräbsbach» bei Meikirch hatten keine Chance. Über 500 wurden am Samstag tot auf dem Grund des Baches gefunden. Den ganzen Tag waren Helfer damit beschäftigt, die toten Fische von Hand aus dem Bach zu fischen. Die kleinsten Fische waren etwa 10 Zentimeter lang, die grössten etwa 50. Todesursache ist eine Gewässerverschmutzung.

«Die Fische sind in ihrem Gewässer gefangen», sagt Fischereiaufseher Martin Schmid. «Eine Gewässerverschmutzung ist für die Fische vergleichbar mit einer Giftwolke, vor der sie nicht flüchten können.» Auf der Höhe der Strasse zwischen Uettligen und Meikirch gelangte diese Giftwolke in das Wasser. Von diesem Punkt hinterliess sie auf einer Länge von dreieinhalb Kilometern nur tote Forellen. Was genau diesen Todesstreifen im «Chräbsbach» verursacht hat, ist unklar. Die Kantonspolizei, der Fischereiaufseher und das Amt für Wasser und Abfall führen die Untersuchungen gemeinsam.

Es gibt viele mögliche Ursachen für das Fischsterben. Gülle, Pestizide, Entfetter oder zum Beispiel ein entleerter Swimming-Pool. «Wir werden die nähere Umgebung des verschmutzten Streifens genau untersuchen», verspricht Martin Schmid. Bei dieser Untersuchung kommt dem Zustand der toten Fische besondere Bedeutung zu. «Das Aussehen der toten Fische gibt dem Fachmann einen Hinweis darauf, woran sie gestorben sind», sagt Schmid. Weiter wollte er sich aber gestern noch nicht zu den laufenden Untersuchungen äussern.

Gewässerverschmutzung ist eine strafbare Handlung. Das Gesetz sieht Bussen oder in schlimmen Fällen sogar Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren vor. «Das kommt darauf an, ob die Verschmutzung vorsätzlich oder fahrlässig verursacht wurde», so Schmid. Auf die aktuelle Untersuchung habe dies keinen Einfluss. Es gehe nicht darum, einen Schuldigen zu finden, sondern darum, die Menschen zu schützen. Schmid: «Das Wasser kommt auf verschiedenen Wegen wieder zum Menschen zurück. Was für Fische tödlich ist, kann für Menschen nicht gesund sein.»

Faktor Zeit

Je länger eine Gewässerverschmutzung unentdeckt bleibt, desto mehr «verschwimmen» die Beweise. Möglich, dass die Verschmutzung des «Chräbsbaches» bereits am vergangenen Freitag ihren Anfang hatte. Auch möglich sei es, dass die Verschmutzung unabsichtlich verursacht worden sei, sagt Schmid. «Deshalb ist es besonders wichtig, dass wir die Ursache finden. Sonst kann sich dieser Vorfall schon bald wiederholen.»

Die Kantonspolizei Bern sucht Zeugen zum Vorfall. Telefon: 031 634'41'11.

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