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Feuerwehrkaserne ist bereit für die Asylsuchenden

BernAm Montag ziehen die ersten Asylsuchenden in die umgebaute Feuerwehrkaserne im Breitenrain ein. Die provisorische Unterkunft wird 150 Menschen Platz bieten.

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Eine Bettdecke, ein Shampoo, eine Zahnbürste und Zahnpasta, dazu Geschirr und Besteck – das Nötigste hat die Heilsarmee für die Asylsuchenden schon zum Abholen bereitgestellt. Am Montag wird sie im Obergeschoss der ehemaligen Feuerwehrkaserne den Betrieb des Durchgangszentrums Bern-Viktoria aufnehmen. Auf 17 Schlafzimmer verteilt werden in den nächsten Wochen 150 Asylsuchende untergebracht. Die Mehrheit von ihnen wird wohl aus Eritrea und Syrien stammen.

«Wir erwarten sowohl Familien mit Kindern als auch alleinstehende Männer und Frauen», sagte Heimleiter Martin Trachsel von der Heilsarmee-Flüchtlingshilfe gestern bei einer Führung durch die Räumlichkeiten. Nebst den Schlafzimmern stehen den Asylsuchenden unter anderem eine Gemeinschaftsküche, ein Fitnessraum und ein Schulzimmer zur Verfügung. Demnächst soll zudem noch ein Raum für ein Atelier frei werden.

Seit diesem Frühling werden Teile der alten Kaserne zwischengenutzt. Die Heimleitung möchte, dass die Asylsuchenden künftig in diese Projekte einbezogen werden. «Wir werden mit den Verantwortlichen die Zusammenarbeit suchen», so Trachsel. In der Nachbarschaft seien die Reaktionen bislang positiv gewesen. Über 250 Personen hätten bereits ihre Hilfe angeboten und Kleider gespendet. «Die Solidarität im Quartier ist gross.»

Gross war am Donnerstag auch die Erleichterung bei Gemeinderat Alexandre Schmidt (FDP). Er freute sich, das Durchgangszentrum nach rund einem Jahr Planung nun endlich zu eröffnen. Die vielen Vorschriften sowie einzelne Einsprachen hätten das Vorhaben verzögert. «Es hat uns gezeigt, dass auch Zwischennutzungen nicht von heute auf morgen möglich sind.» Für das leer stehende Zieglerspital, das ebenfalls zu einer Asylunterkunft umfunktioniert werden soll, sei dies «leider kein gutes Omen».

Etwas Zeit aufholen konnte man dafür beim Umbau: In nur zehn Wochen und damit zwei Wochen früher als geplant konnten die nötigen Arbeiten erledigt werden. Gekostet hat der Umbau die Stadt rund eine halbe Million Franken. Das Gebäude kann bis 2019 als Asylunterkunft genutzt werden. Danach sollen auf dem Areal Wohnungen entstehen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 17.09.2015, 21:05 Uhr

Weitere Unterkünfte

Das Angebot steht. Köniz ist bereit, dem Kanton eine grössere Unterkunft für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen. Doch noch fehle das definitive Okay des Kantons, sagt Vize-Gemeindepräsidentin Rita Haudenschild (Grüne). Eigentlich hoffte sie, dass es bis Mitte Woche eintrifft. «Von uns her ist die Unterkunft parat, wir könnten sie auf 1. November eröffnen», sagt Haudenschild. Es handelt sich um ein gemeindeeigenes Gebäude. Wo es liegt, sagt Haudenschild aber nicht, so lange die Verhandlungen mit dem Kanton nicht abgeschlossen sind. Sie hofft, dass dies spätestens Mitte Oktober der Fall sein wird. Seit rund einer Woche arbeite man eng und zielstrebig mit Köniz zusammen, heisst es beim Kanton. Auch er will erst zu einem späteren Zeitpunkt näher informieren.

Asylunterkünfte waren am Mittwoch auch Thema im Parlament von Zollikofen. Dort wird seit 1996 ein Durchgangsheim betrieben. Auf eine Anfrage aus dem Parlament machte der Gemeinderat klar, dass er dem Kanton kein weiteres Angebot für eine Unterkunft machen will.

Um rasch Unterkünfte zu finden, setzt der Kanton verstärkt auf die Zusammenarbeit mit den Gemeinden. Er geht dafür auf ein zentrales Anliegen des Verbands Bernischer Gemeinden (VBG) ein. Eine Taskforce soll Gemeinden helfen, Fragen rund um die Unterbringung von Asylsuchenden zu klären – sei es planungsrechtlich, sozial oder in
Sachen Sicherheit. Bei der Standortsuche sollen zudem Regierungsstatthalter eine Brückenfunktion wahrnehmen.
Der Kanton geht kurzfristig von 500 nötigen Plätzen aus, mittelfristig könnte es aber je nach Entwicklung deutlich mehr brauchen. Man prüfe, ob sich das Ziel statt nur mit grösseren auch mit kleineren Unterkünften erreichen lasse, teilt er mit; das dürfte aber mit höheren Kosten verbunden sein. lp

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