Feuerwehrkaserne ist bereit für die Asylsuchenden

Bern

Am Montag ziehen die ersten Asylsuchenden in die umgebaute Feuerwehrkaserne im Breitenrain ein. Die provisorische Unterkunft wird 150 Menschen Platz bieten.

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Christoph Albrecht

Eine Bettdecke, ein Shampoo, eine Zahnbürste und Zahnpasta, dazu Geschirr und Besteck – das Nötigste hat die Heilsarmee für die Asylsuchenden schon zum Abholen bereitgestellt. Am Montag wird sie im Obergeschoss der ehemaligen Feuerwehrkaserne den Betrieb des Durchgangszentrums Bern-Viktoria aufnehmen. Auf 17 Schlafzimmer verteilt werden in den nächsten Wochen 150 Asylsuchende untergebracht. Die Mehrheit von ihnen wird wohl aus Eritrea und Syrien stammen.

«Wir erwarten sowohl Familien mit Kindern als auch alleinstehende Männer und Frauen», sagte Heimleiter Martin Trachsel von der Heilsarmee-Flüchtlingshilfe gestern bei einer Führung durch die Räumlichkeiten. Nebst den Schlafzimmern stehen den Asylsuchenden unter anderem eine Gemeinschaftsküche, ein Fitnessraum und ein Schulzimmer zur Verfügung. Demnächst soll zudem noch ein Raum für ein Atelier frei werden.

Seit diesem Frühling werden Teile der alten Kaserne zwischengenutzt. Die Heimleitung möchte, dass die Asylsuchenden künftig in diese Projekte einbezogen werden. «Wir werden mit den Verantwortlichen die Zusammenarbeit suchen», so Trachsel. In der Nachbarschaft seien die Reaktionen bislang positiv gewesen. Über 250 Personen hätten bereits ihre Hilfe angeboten und Kleider gespendet. «Die Solidarität im Quartier ist gross.»

Gross war am Donnerstag auch die Erleichterung bei Gemeinderat Alexandre Schmidt (FDP). Er freute sich, das Durchgangszentrum nach rund einem Jahr Planung nun endlich zu eröffnen. Die vielen Vorschriften sowie einzelne Einsprachen hätten das Vorhaben verzögert. «Es hat uns gezeigt, dass auch Zwischennutzungen nicht von heute auf morgen möglich sind.» Für das leer stehende Zieglerspital, das ebenfalls zu einer Asylunterkunft umfunktioniert werden soll, sei dies «leider kein gutes Omen».

Etwas Zeit aufholen konnte man dafür beim Umbau: In nur zehn Wochen und damit zwei Wochen früher als geplant konnten die nötigen Arbeiten erledigt werden. Gekostet hat der Umbau die Stadt rund eine halbe Million Franken. Das Gebäude kann bis 2019 als Asylunterkunft genutzt werden. Danach sollen auf dem Areal Wohnungen entstehen.

Berner Zeitung

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