Rüschegg

Feuer und Flamme fürs Jodeln

Rüschegg 75 Jahre lang haben seine Mitglieder gejodelt – jetzt wird gefeiert: Der ­Jodlerklub Rüschegg begeht sein Jubiläum mit einem ­Höhenfeuer und Naturjutzen.

Highlight Höhenfeuer: Der Jodlerklub errichtet den Chutz.

Highlight Höhenfeuer: Der Jodlerklub errichtet den Chutz. Bild: Tanja Buchser

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In der Region um Schwarzenburg wird viel gejodelt. Laut Alfred Zahnd, dem Vereinspräsidenten des Jodlerklubs Rüschegg, gibt es im ehemaligen Amt Schwarzenburg zehn Formationen. Das ist eine grosse Dichte für ein doch recht dünn besiedeltes Gebiet.

Über mangelnden Nachwuchs muss sich zumindest der Heimklub von Zahnd nicht beklagen: Rund die Hälfte der zehn Sänger sind unter 40 Jahre alt. Das liege an der Landschaft und der Verbundenheit mit dem Gebiet, mutmasst der Präsident. Alle Mitglieder des Jodlerklubs Rüschegg kommen aus bäuerlichen Kreisen, und gesungen wird von der Liebe, der schönen Natur und der heilen Bauernwelt. «Das gibt es in Rüschegg tatsächlich noch», sagt Zahnd. Nun feiert der Jodlerklub Rüschegg seinen 75. Geburtstag.

Zahnd ist vor 36 Jahren der Jodlerformation Rüschegg beigetreten. Ursprünglich seien die Jodellieder aus der Stadt importiert worden, und oft habe es an berndeutschen Kompositionen gefehlt. «Zu meiner Anfangszeit sangen wir noch zwei bis drei ­Lieder auf Hochdeutsch.»

Vor 36 Jahren habe er im Dorf bloss zwischen drei Vereinen wählen können: den Jodlern, den Schützen und den Skifahrern. Veränderungen in seinem Verein lässt der Präsident nur in kleinen Schritten zu. «Popsongs in Jodellieder zu verpacken, das entspricht nicht unserem Verständnis von jodeln.» Neue Kompositionen bringe die Dirigentin Theres Aeberhard ein. Die Frau aus Milken komponiert in traditionellem Stil und baut Naturjutze ein. Auf seine Jutzer – es sind zwei Frauen und zwei Männer – ist der Verein besonders stolz.

Höhenfeuer als Zugabe

Nun wollen die zehn Mitglieder die 75-jährige Vereinsgeschichte zünftig feiern. Sicher wird der Guggisberger Naturjutz Teil des Programms sein, und auch das Lieblingslied «Viu Gfreuts» darf nicht fehlen. Das Fest findet Mitte Mai statt und wird zwei Tage dauern. Der Klub hat sich dazu ­etwas Besonderes ausgedacht. «Wir errichten einen Chutz», verrät Zahnd.

Das Höhenfeuer wurde zu früheren Zeiten auf einer Anhöhe angezündet, um die Bevölkerung vor Ungemach zu warnen. Heute verständigen sich die Bauern und Feuerwehrleute wohl eher über das Handy. Daher spielt es auch keine Rolle, dass der Chutz gleich neben dem Festgelände rund um die Mehrzweckhalle Riffenmatt erstellt wird. «Wir wollen etwas Spezielles anbieten», sagt Zahnd. Verbrannt werden die rund 2000 Spalten, das sind grosse Holzstücke, am 11. Mai um 23 Uhr.

Tags darauf ist der Auftritt der Gäste und des Heimklubs. Die Rüschegger treten im Berner Chüjermutz, einem Gilet aus schwarzem ­Manchester und einem weissen Hemd, sowie Hosen aus Halbleinen auf. Die Frauen werden eine Sonntagstracht tragen. Zahnd hofft auf 500 bis 600 Besucher.

Zwist ist Geschichte

Etwas trüben könnte das Fest der Eklat in der Vereinsgeschichte. Nach der Jahrhundertwende entbrannte ein Richtungsstreit. Ein Teil der damals dreissig Mitglieder wollte den Verein vorwärtsbringen, Preise einheimsen und sich professionalisieren. Die anderen mochten niemanden ausschliessen und ein typischer Dorfverein bleiben. Nachdem Zahnd Präsident wurde, kam es zur Trennung. Das gehöre aber der Vergangenheit an, sagt er. Die kleinere Grösse bringe auch Vorteile. Jeder wisse, dass es an den Proben ohne ihn nicht gehe, und der Verein verstehe sich wie eine ­Familie.
Das Fest:Infos zum Jubiläum unter www.jodlerklubrueschegg.ch. (Berner Zeitung)

Erstellt: 16.04.2018, 14:02 Uhr

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