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Festhalle wird zu Foodtempel

Am Freitag wurde in der Festhalle beim Bernexpo-Gelände der 2. Slow Food Market eröffnet. Unter 195 Produzenten aus zehn Ländern sind zahlreiche Ambitionierte aus der Region.

Claudia Salzmann
Am Wochenende stellen 195 Produzenten in der Festhalle Bern aus.
Am Wochenende stellen 195 Produzenten in der Festhalle Bern aus.
Nicht nur Berner Spezialitäten gibt es: Giuseppe bereitet gerade Canoli mit frischem Ricotta zu. Eine der vielen Spezialitäten aus Sizilien, die Werner Grossmann aus Brienz importiert und so die Bauernfamilien unterstützt.
Nicht nur Berner Spezialitäten gibt es: Giuseppe bereitet gerade Canoli mit frischem Ricotta zu. Eine der vielen Spezialitäten aus Sizilien, die Werner Grossmann aus Brienz importiert und so die Bauernfamilien unterstützt.
Claudia Salzmann
Interessierte können sich direkt bei den Produzenten über deren Angebot informieren.
Interessierte können sich direkt bei den Produzenten über deren Angebot informieren.
Urs Baumann
Nebst Essen gibt es auch Kaffee von Blaser Café am Güterbahnhof, Chopfab-Bier aus Winterthur und 25 Winzer sind ebenfalls vor Ort.
Nebst Essen gibt es auch Kaffee von Blaser Café am Güterbahnhof, Chopfab-Bier aus Winterthur und 25 Winzer sind ebenfalls vor Ort.
Claudia Salzmann
Der 45-jährige Raphael Pfarrer, seit 2001 Präsident von Slow Food Bern, wartet mit einer Neuigkeit auf.
Der 45-jährige Raphael Pfarrer, seit 2001 Präsident von Slow Food Bern, wartet mit einer Neuigkeit auf.
Claudia Salzmann
Zehn Kleinstproduzenten hat Pfarrer in einer Ecke vereint und preist sie als «Local Food Heroes» an.
Zehn Kleinstproduzenten hat Pfarrer in einer Ecke vereint und preist sie als «Local Food Heroes» an.
Claudia Salzmann
Michael Udry von «Frisches» aus Niederwangen und Alexander Eckert von der gleichnamigen Metsiederei aus Innerberg degustieren gerade den Honigwein.
Michael Udry von «Frisches» aus Niederwangen und Alexander Eckert von der gleichnamigen Metsiederei aus Innerberg degustieren gerade den Honigwein.
Claudia Salzmann
Stadtpräsident Alec von Graffenried hat den Slow Food Market am Freitagmittag eröffnet. «Als erste Schweizer Stadt haben wir das Label Fairtradetown bekommen. Und damit passt der Slow Food Market sehr gut in unsere Stadt», sagte er in der Eröffnungsrede.
Stadtpräsident Alec von Graffenried hat den Slow Food Market am Freitagmittag eröffnet. «Als erste Schweizer Stadt haben wir das Label Fairtradetown bekommen. Und damit passt der Slow Food Market sehr gut in unsere Stadt», sagte er in der Eröffnungsrede.
Claudia Salzmann
Auch die Berner Ölmühle «rohrohroh», die hinter der alten Feuerwehrkaserne Viktoria produziert, hat Slow Food Bern als förderungswürdig deklariert und in die «Local Food Heroes» eingestuft.
Auch die Berner Ölmühle «rohrohroh», die hinter der alten Feuerwehrkaserne Viktoria produziert, hat Slow Food Bern als förderungswürdig deklariert und in die «Local Food Heroes» eingestuft.
Claudia Salzmann
Der Bauer Stefan Brunner aus Aarberg hat den Hof im Jahr 2010 von seinem Vater übernommen. Erstmals ist es hier am Markt möglich, sich einen Teil der  140'000 Quadratmeter Anbaufläche, die Brunner bewirtschaftetet, zu kaufen. Für 20 Franken gibt es einen Quadratmeter.
Der Bauer Stefan Brunner aus Aarberg hat den Hof im Jahr 2010 von seinem Vater übernommen. Erstmals ist es hier am Markt möglich, sich einen Teil der 140'000 Quadratmeter Anbaufläche, die Brunner bewirtschaftetet, zu kaufen. Für 20 Franken gibt es einen Quadratmeter.
Claudia Salzmann
Für Feuerwasser sorgt Lars Urfer von der Mattebrennerei, der in der ehemaligen Broncos-Loge im Mattequartier arbeitet.
Für Feuerwasser sorgt Lars Urfer von der Mattebrennerei, der in der ehemaligen Broncos-Loge im Mattequartier arbeitet.
Claudia Salzmann
Randenketchup und Bier-Balsamico macht der ehemalige Koch Bruno Wüthrich. «Andere Länder haben einen riesigen Produktestolz, das will ich nun in der  Schweiz fördern», erklärt der 55-Jährige.
Randenketchup und Bier-Balsamico macht der ehemalige Koch Bruno Wüthrich. «Andere Länder haben einen riesigen Produktestolz, das will ich nun in der Schweiz fördern», erklärt der 55-Jährige.
Claudia Salzmann
Am Slow Food Market gibt es zu degustieren...
Am Slow Food Market gibt es zu degustieren...
Urs Baumann
...und zu probieren – sei es Brot...
...und zu probieren – sei es Brot...
Urs Baumann
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«Der Slow Food Market passt zu Bern», sagte Alec von Graffenried am Freitag kurz vor 12 Uhr. «Nicht nur, weil wir auch ein bisschen langsam sind, sondern auch, weil wir eine Geniesserstadt sind.» Der Berner Stadtpräsident eröffnete mit diesen Worten den 2. Slow Food Market, der bis Sonntag in der Festhalle beim Bernexpo-Gelände stattfindet.

«Wir sind Geniesser, deshalb passt der Markt gut zu Bern.»

Alec von Graffenried

195 Produzenten aus zehn Ländern an 150 Ständen gibt es in der Festhalle Bern kennen zu lernen. «Wir sind letztes Jahr regelrecht überrannt worden», freut sich Raphael Pfarrer, der seit 2001 Präsident von Slow Food Bern ist. Besonders gefreut habe ihn, dass vor allem junge Familien gekommen seien und dass er danach 20 Prozent mehr Mitglieder in seinem Verein gehabt habe.

Schweizweit gibt es laut Slow Food Schweiz 3700 Mitglieder, die nach den Grundsätzen «Gut, sauber und fair» produzieren. Im Unterschied zu einem Foodfestival kann man am Berner Markt laut den Veranstaltern direkt mit den Produzenten reden und so einem Produkt ein Gesicht geben.

Fast wie der eigene Garten

Eine Neuerung hat der 45-jährige Pfarrer dieses Jahr auf Lager: Gleich neben der Showküche, wo tagsüber Köchinnen und Köche ihr Können zeigen, wurde eine sogenannte Local Food Heroes-Ecke eingerichtet, in der man zehn Kleinstproduzenten aus der Region findet.

«Wir haben hier bewusst Produzenten ausgewählt, denen noch der letzte Schub fehlt», sagt Pfarrer. In dieser Ecke entdeckt man Randenketchup aus Thun, Öl aus Bern oder Honigwein aus Innerberg.

Unter diesen «Helden» ist auch der Bauer Stefan Brunner aus Aarberg, der den Hof 2010 von seinem Vater übernommen hat. Erstmals hier am Markt sei es möglich, 4000 der 140'000 Quadratmeter Anbaufläche, die Brunner bewirtschaftet, zu pachten. Für 20 Franken gibt es einen Quadratmeter.

Bis und mit der Wurzel

Danach wählt man, welche Gemüsesorten Brunner darauf ­anbauen soll. «Für eine Familie, die gute Möglichkeiten zum Lagern hat, empfehle ich ungefähr 6 Quadratmeter», sagt der 31-Jährige. Im April will er die Applikation «Bionär» lancieren, damit Interessierte auch online eine Fläche kaufen können.

Brunner beliefert Punkte­restaurants wie die Eisblume in Worb oder das Restaurant Schöngrün in Bern. Am Samstag zeigt der Schöngrün-Küchenchef Simon Sommer in der Showküche (Programm siehe Infobox), wie man beispielsweise Spinatwurzeln aus Brunners Bauernhof zubereitet. Das Motto lautet dementsprechend «From Root to Leaf», zu Deutsch «Von der Wurzel zum Blatt».

«Slow Food Market»: Freitag, bis 21 Uhr. Samstag und Sonntag bis 19 Uhr. Eintritt 20 Franken.

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