Festhalle wird zu Foodtempel

Bern

Am Freitag wurde in der Festhalle beim Bernexpo-Gelände der 2. Slow Food Market eröffnet. Unter 195 Produzenten aus zehn Ländern sind zahlreiche Ambitionierte aus der Region.

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Claudia Salzmann@C_L_A

«Der Slow Food Market passt zu Bern», sagte Alec von Graffenried am Freitag kurz vor 12 Uhr. «Nicht nur, weil wir auch ein bisschen langsam sind, sondern auch, weil wir eine Geniesserstadt sind.» Der Berner Stadtpräsident eröffnete mit diesen Worten den 2. Slow Food Market, der bis Sonntag in der Festhalle beim Bernexpo-Gelände stattfindet.

«Wir sind Geniesser, deshalb passt der Markt gut zu Bern.»Alec von Graffenried

195 Produzenten aus zehn Ländern an 150 Ständen gibt es in der Festhalle Bern kennen zu lernen. «Wir sind letztes Jahr regelrecht überrannt worden», freut sich Raphael Pfarrer, der seit 2001 Präsident von Slow Food Bern ist. Besonders gefreut habe ihn, dass vor allem junge Familien gekommen seien und dass er danach 20 Prozent mehr Mitglieder in seinem Verein gehabt habe.

Schweizweit gibt es laut Slow Food Schweiz 3700 Mitglieder, die nach den Grundsätzen «Gut, sauber und fair» produzieren. Im Unterschied zu einem Foodfestival kann man am Berner Markt laut den Veranstaltern direkt mit den Produzenten reden und so einem Produkt ein Gesicht geben.

Fast wie der eigene Garten

Eine Neuerung hat der 45-jährige Pfarrer dieses Jahr auf Lager: Gleich neben der Showküche, wo tagsüber Köchinnen und Köche ihr Können zeigen, wurde eine sogenannte Local Food Heroes-Ecke eingerichtet, in der man zehn Kleinstproduzenten aus der Region findet.

«Wir haben hier bewusst Produzenten ausgewählt, denen noch der letzte Schub fehlt», sagt Pfarrer. In dieser Ecke entdeckt man Randenketchup aus Thun, Öl aus Bern oder Honigwein aus Innerberg.

Unter diesen «Helden» ist auch der Bauer Stefan Brunner aus Aarberg, der den Hof 2010 von seinem Vater übernommen hat. Erstmals hier am Markt sei es möglich, 4000 der 140'000 Quadratmeter Anbaufläche, die Brunner bewirtschaftet, zu pachten. Für 20 Franken gibt es einen Quadratmeter.

Bis und mit der Wurzel

Danach wählt man, welche Gemüsesorten Brunner darauf ­anbauen soll. «Für eine Familie, die gute Möglichkeiten zum Lagern hat, empfehle ich ungefähr 6 Quadratmeter», sagt der 31-Jährige. Im April will er die Applikation «Bionär» lancieren, damit Interessierte auch online eine Fläche kaufen können.

Brunner beliefert Punkte­restaurants wie die Eisblume in Worb oder das Restaurant Schöngrün in Bern. Am Samstag zeigt der Schöngrün-Küchenchef Simon Sommer in der Showküche (Programm siehe Infobox), wie man beispielsweise Spinatwurzeln aus Brunners Bauernhof zubereitet. Das Motto lautet dementsprechend «From Root to Leaf», zu Deutsch «Von der Wurzel zum Blatt».

«Slow Food Market»: Freitag, bis 21 Uhr. Samstag und Sonntag bis 19 Uhr. Eintritt 20 Franken.

Berner Zeitung

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