Fenaco verzeichnet Rekordjahr

Die Berner Agrargenossenschaft will in Zukunft auf die Megatrends Nachhaltigkeit und Digitalisierung setzen.

2018 war ein gutes Erntejahr, beim Obst gab es sogar Überschüsse.

2018 war ein gutes Erntejahr, beim Obst gab es sogar Überschüsse.

(Bild: Keystone)

Quentin Schlapbach@qscBZ

2018 war für die Fenaco ein Befreiungsschlag. In den davor liegenden Jahren gelang es dem Unternehmen nicht, die Werte des Rekordjahres 2014 zu übertreffen. Doch nun setzt der Agrarriese neue Massstäbe: Mit 6,77 Milliarden Franken gelang der Fenaco 2018 eine Umsatzsteigerung von 8,1 Prozent. Auch der Gewinn nahm zu, von 99 Millionen Franken im Vorjahr auf 129 Millionen Franken.

«Das Wachstum ist breit abgestützt. Alle vier Geschäftsfelder haben dazu beigetragen», sagte ein sichtlich zufriedener Geschäftsführer Martin Keller an der Bilanzmedienkonferenz am Fenaco-Hauptsitz im Berner Länggassquartier. Die vier Divisionen der Fenaco – Agrar, Lebensmittelindustrie, Detailhandel, Energie – verzeichneten allesamt ein Plus. Auch beigetragen zum höheren Umsatz hat die Akquisition der Swiss Grana Group sowie Preisvorteile bei den Brenn- und Treibstoffen.

Die Löhne steigen

Profitieren vom guten Ergebnis werden unter anderem die Bäuerinnen und Bauern, die als Landi-Genossenschafter an der Fenaco beteiligt sind. Gut 11800 landwirtschaftlich Betriebe erhalten eine Erfolgsbeteiligung. Zusammen mit Geschenkpaketen und Leistungsprämien zahlt der Mutterkonzern Fenaco damit über 30 Millionen Franken an seine Genossenschafter aus.

Besser weg als letztes Jahr kommt auch die Führungsetage rund um Geschäftsführer Martin Keller. Sein Jahresgehalt stieg von 694000 auf 735000 Franken. Die Gesamtvergütung der sechs Geschäftsleitungsmitglieder betrug 2018 insgesamt 4 Millionen Franken (3,8 Millionen im Vorjahr). Die rund 10000 Mitarbeiter bekommen durchschnittlich eine Lohnerhöhung von 1,2 Prozent. «Wir erzielten mit unseren Sozialpartnern Unia und Syna eine Einigung», so Keller.

Digitale Hilfe für Bauern

Mit Blick auf die Zukunft will sich die Fenaco zwei Megatrends verschreiben: Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Insbesondere bei den Lebensmitteln sieht der Konzern Potenzial. «Das wachsende Interesse der Konsumentinnen und Konsumenten an der Produktion und Herkunft von Lebensmitteln freut uns, aber es beschäftigt uns auch», sagt Martin Keller.

Das Ziel sei, dass ein Konsument dereinst die Lebensmittel noch besser zurückverfolgen kann und damit die Gewissheit hat, dass beispielsweise Schlachttiere ein artgerechtes Leben führen konnten oder Felder nachhaltig und ressourcensparend bewirtschaftet wurden.

Mit ihrer Beteiligung an der Smart-Farming-Plattform Barto will Fenaco auch in digitale Gefilde vorstossen. Die Plattform soll den Bauern bei der Administration helfen. Dieser Geschäftszweig befindet sich allerdings noch in den Anfängen.

Berner Zeitung

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