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Feinschliff am Nachtleben-Konzept der Stadt Bern

An einem zweiten Runden Tisch haben Vertreter von Behörden und Institutionen, Kulturanbieter sowie Bar- und Clubbetreiber am Nachlebene-Konzept der Bundesstadt den Feinschliff vorgenommen.

Die Teilnehmer begrüssen das Konzept und die Mehrheit der Massnahmen grundsätzlich. So wird die Ausweitung des Security-Konzepts fast ausnahmslos begrüsst, wobei die   Stadt für Schulungen des Personals besorgt sein soll.
Die Teilnehmer begrüssen das Konzept und die Mehrheit der Massnahmen grundsätzlich. So wird die Ausweitung des Security-Konzepts fast ausnahmslos begrüsst, wobei die Stadt für Schulungen des Personals besorgt sein soll.
Beat Mathys
Eine Mehrheit konstatiert eine Angebotslücke für Jugendliche bei Orten ohne Konsumzwang. Umstritten ist, wo sich diese Orte befinden sollen: Die einen sind der Meinung, es bedürfe eines Ausbaus in den Agglomerationen, andere finden, das Angebot müsse in der Innenstadt erweitert werden. Wichtig sei, dass die Angebote niederschwellig seien. Teilweise wird Kritik an der Altersbeschränkung der Bewilligung und an den eingeschränkten Örtlichkeiten (ausserhalb des Stadtzentrums) geäussert.
Eine Mehrheit konstatiert eine Angebotslücke für Jugendliche bei Orten ohne Konsumzwang. Umstritten ist, wo sich diese Orte befinden sollen: Die einen sind der Meinung, es bedürfe eines Ausbaus in den Agglomerationen, andere finden, das Angebot müsse in der Innenstadt erweitert werden. Wichtig sei, dass die Angebote niederschwellig seien. Teilweise wird Kritik an der Altersbeschränkung der Bewilligung und an den eingeschränkten Örtlichkeiten (ausserhalb des Stadtzentrums) geäussert.
Claudia Salzmann
Für eine Flexibilisierung der Öffnungszeiten spricht sich ein grosser Teil aus. Umstritten ist die Frage, in welcher Form dies geschehen soll. Es gibt auch kritische Stimmen, die gegen eine 24-Stunden-Gesellschaft sind. Bei auffallend vielen stösst der Umstand, dass Aussenbestuhlungen auch künftig um 00.30 Uhr schliessen müssen, auf Unverständnis. Es besteht die Meinung, dass an Orten, wo bereits ein hoher Pegel an Grundlärm herrscht (Aarbergergasse, Schützenmatte/Bollwerk, Grosse Schanze) die Öffnungszeiten für Aussenbestuhlungen verlän-gert werden müssten.
Für eine Flexibilisierung der Öffnungszeiten spricht sich ein grosser Teil aus. Umstritten ist die Frage, in welcher Form dies geschehen soll. Es gibt auch kritische Stimmen, die gegen eine 24-Stunden-Gesellschaft sind. Bei auffallend vielen stösst der Umstand, dass Aussenbestuhlungen auch künftig um 00.30 Uhr schliessen müssen, auf Unverständnis. Es besteht die Meinung, dass an Orten, wo bereits ein hoher Pegel an Grundlärm herrscht (Aarbergergasse, Schützenmatte/Bollwerk, Grosse Schanze) die Öffnungszeiten für Aussenbestuhlungen verlän-gert werden müssten.
Claudia Salzmann
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Nun wird die Stadtregierung über das weitere Vorgehen entscheiden.

Stadtpräsident Alexander Tschäppät zog am Montagabend auf Anfrage eine positive Bilanz. «Wir waren uns sehr einig, was wir wollten». Das definitive Konzept, das der Gemeinderat nun ausarbeiten will, werde von anderer Tonalität sein, als der Entwurf vom vergangenen Herbst.

Damals hatte der Gemeinderat das Konzept mit 15 Massnahmen vorgestellt und in die Vernehmlassung geschickt. Dazu gehören Massnahmen wie die Ausweitung eines bereits für einen gewissen Perimeter bestehenden Sicherheits-Konzepts, ein Ausbau des nächtlichen ÖV-Angebots, mehr Toilettenanlagen oder flexiblere Öffnungszeiten der Lokale.

In der Vernehmlassung stiess das Konzept auf ein gewisses positives Echo. Allerdings wurden durchaus auch Vorbehalte angebracht. Verschiedene Organisationen bemängelten, dass das Konzept sich zu stark auf die negativen Begleiterscheinungen des Nachtlebens konzentriere und zu stark auf Repression setze. Der kulturpolitische Aspekt hingegen finde kaum Aufnahme. Auf grossen Widerstand stiess insbesondere ein Alkoholverkaufsverbot ausserhalb von Gastgewerbebetrieben nach 20 Uhr.

Regierung will Kritik aufnehmen

Tschäppät betonte am Montag, dass die Stadtregierung die Kritik aufnehmen werde. So soll der Kulturbegriff ausgeweitet werden. Klar sei auch, dass es mit einem Alkoholverkaufsverbot nicht getan sei und es stattessen auch vermehrt Prävention brauche, sagte der Stadtpräsident. Auch für die ganz Jungen, die noch nicht in Clubs und Bars eingelassen werden, gebe es wenig Möglichkeiten in der Stadt.

Tschäppät kündigte an, dass diese Bereiche nun nochmals in entsprechenden Arbeitsgruppen diskutiert würden. Das Ziel des Gemeinderates bleibe aber, das definitive Konzept noch vor den Sommerferien zu präsentieren.

Positive Bilanz auch für Verein Pro Nachtleben

Thomas Berger vom Verein Pro Nachtleben Bern zog am Montagabend ebenfalls eine positive Bilanz des zweiten Rundtischgesprächs. Er habe heute den Eindruck gehabt, dass man ein gemeinsames Ziel verfolge, nämlich die Stadt Bern ein wenig attraktiver zu machen, sagte Berger.

Er begrüsse sehr, dass die Behörden weg von einem Alkoholverkaufsverbot kämen und bereit seien, für Ausgehlokale flexiblere Öffnungszeiten zu prüfen, sagte Berger.

In der Stadt Bern sind das Nachtleben, respektive dessen mitunter negative Auswirkungen, seit längerem ein grosses Thema. Mehr als 10'000 junge Menschen beteiligten sich letzten Sommer an einer Tanz-Kundgebung und demonstrierten für mehr Freiräume. Eine Neuauflage dieser Kundgebung ist für Ende Mai bereits wieder geplant.

(SDA)

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