Fast alle für die neue Berner Schwimmhalle - GaP sagt Nein

Bern

Stadt Bern Seltene Einigkeit vor der Abstimmung über einen 75-Millionen-Neubau: Fast alle Stadtberner Parteien möchten im Neufeld ein 50-Meter-Becken bauen.

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Klaglos wird der Tennisclub Neufeld nächstes Jahr für eine Weile ins Exil bei anderen Clubs ziehen. Der FC Länggasse nimmt vorlieb mit einem kleineren Kunstrasenfeld. Der Unisport lässt sich ohne Murren seine Sportfelder neu anordnen. Und die Betreiber des Neufeld­­stadions lassen sich sogar dieStehrampe verkleinern.

Nun müssen nur noch die Stadtberner Stimmberechtigten am 17. November zustimmen, dass die Stadt den Zonenplan der Sportanlagen Neufeld ändert und 75 Millionen Franken investiert. Dann wäre der Weg frei für die neue 50-Meter-Schwimmhalle, mit deren Bau im kommenden Juni begonnen würde.

«Komplettes» Sportquartier

In seltener Übereinstimmung haben sich elf Parteien vom Grünen Bündnis bis zur SVP für die Unterstützung der Vorlagen zusammengetan. SVP-Stadtrat Kurt Rüegsegger verteidigte gestern an einer Medienorientierung die Kosten der Schwimmhalle. Die Halle allein werde ohne die ­­nötige Umgestaltung der Sportfelder darum herum auf rund53 Millionen Franken zu stehen kommen, rechnete er vor und verglich: Vor einem halben Jahr wurde in Sursee eine 50-Meter-Schwimmhalle eröffnet, die60 Millionen Franken kostete.

Für Reto Zimmermann, den Präsidenten der Stadtbernischen Vereinigung für Sport, würde das neue Bad das Sportquartier Neufeld «komplettieren». Er ist überzeugt, dass das Bad dank der vielen Schulen in der Umgebung auch tagsüber gut ausgelastet sein würde.

Sogar den Segen des Grünen Bündnisses hat das Projekt. Denn der Energieverbrauch werde so tief wie möglich gehalten, sagte GB-Stadträtin Devrim Abbasoglu-Akturan. Unter anderem werde eine Fotovotaikanlage aufs Dach montiert, und die Fassade sei wegen der besseren Wärmedämmung nicht voll verglast.

Wettkämpfe die Ausnahme

Eine Schwimmhalle, die den chronischen Platzmangel in den Berner Hallenbädern mildern würde, verspricht sich SP-Co-Präsidentin und Stadträtin Edith Siegenthaler. Das sei wichtig für die Stadt. Denn: «In Bern ist es unerlässlich, dass jedes Kind schwimmen kann.»

Dass Wettkampfsportlerinnen und -sportler das neue Schwimmbecken mit den olympischen Massen zu stark in Beschlag nehmen könnten, stellte Lars Längauer, Präsident des Schwimmklubs Bern, in Abrede. «Zu über 99 Prozent trainieren wir», erklärte er. Hie und da eine Schweizer Meisterschaft würde die neue Schwimmhalle kaum zu stark belegen, findet er.

Grün-Alternative dagegen

Ganz so einstimmig willkommen ist die neue Schwimmhalle trotz des geschlossenen Auftritts der elf Parteien aber nicht. Luzius Theiler von der Grün-alternativen Partei legt in einer Medienmitteilung ein paar wunde Punkte des Vorhabens offen: Trotz vorgesehener Einnahmen von 1,7 Millionen Franken wird der Betrieb der Schwimmhalle 2,5 Millionen Franken kosten. Zu viel für Theiler.

Für Kurt Rüegsegger jedoch nicht: «Der Betrieb wird günstiger sein als bei den alten Schwimmbädern», stellt er in Aussicht. Theiler findet, statt eines grossen «Schwimmpalastes» sollte die Stadt besser viele dezentrale Lehrschwimmbecken – zwanzig Stück wären zum Preis der Schwimmhalle möglich – bauen. Und schliesslich will er verhindern, dass die Stadt im Jahr 2023, also dann, wenn die neue Schwimmhalle voraussichtlich eröffnet würde, das alte «Mubeeri» am Hirschengraben wie angekündet schliesst.

Berner Zeitung

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