Bern

Fährt künftig ein Tram durch die Länggasse?

BernIm Verlauf dieses Jahres wollen die Stadt und der Kanton Bern entscheiden, ob künftig ein Tram durch die Länggasse fährt. Weil die Stadt vorher nichts unternehmen will, verzögert sich die Umgestaltung der Länggassstrasse erneut.

Ein Tram in der Länggasse gabs bereits einmal: 1959 wendet das 5er-Tram bei der Endstation Länggasse – und fährt Richtung Ostring.

Ein Tram in der Länggasse gabs bereits einmal: 1959 wendet das 5er-Tram bei der Endstation Länggasse – und fährt Richtung Ostring. Bild: zvg

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«Keine Arbeiten an der Länggassstrasse bis neues Baugesuch bewilligt ist»: So kurz und knapp lautet der Hinweis auf den Plänen zur Verkehrsentlastung und -beruhigung Länggasse-Felsenau.

Dass die Stadt die Hauptachse durchs Quartier umgestalten will, wissen viele Bewohner gar nicht mehr. Kein Wunder: Am 3. März ist es genau 15 Jahre her, dass die Berner den Bau des Neufeldtunnels und die damit verbundenen Verkehrsberuhigungsmassnahmen in der Länggasse beschlossen haben.

Den Neufeldtunnel gibt es bereits seit acht Jahren. Doch die Umgestaltung der Länggassstrasse schiebt die Stadt immer wieder vor sich her. Die Folge: Die Länggassstrasse ist seit Jahren ein unbefriedigendes Provisorium statt eine verkehrsberuhigte Tempo-30-Zone mit Alleebäumen und einem Mittelstreifen, wie das die Stimmberechtigten einst beschlossen hatten.

Veraltete Ampelanlagen

An den Kreuzungen zur Mittelstrasse und zur Neufeldstrasse stehen veraltete Ampelanlagen, welche die Stadt im Rahmen der Umgestaltung eigentlich schon lange abbauen will. Und auch an den Trottoirs will die Stadt nichts ändern, bis das Baugesuch bewilligt ist.

«Wir stehen in den Startlöchern»: So zuversichtlich war vor acht Jahren der zuständige Projektleiter Reto Zurbuchen vom Tiefbauamt an einer Informationsveranstaltung der Quartierkommission Länggasse-Fel­senau. Doch ein jahrelanger Rechtsstreit hat den Elan der Stadtbehörden gebremst.

Mittlerweile hat die Stadt ein neues Projekt. Doch nun hat sich auch ein neues Problem ergeben: «Wir müssen abwarten, was die Zweckmässigkeitsbeurteilung Wyler-Länggasse ergibt», begründet Stadtingenieur Hans-Peter Wyss die erneute Verzögerung.

In dieser Beurteilung klären derzeit Stadt und Kanton ab, mit welchem Verkehrsmittel in rund 20 Jahren das Wylerquartier mit der Länggasse verbunden werden könnte. Eventuell entscheiden sich die Behörden für ein Tram. «Dann werden wir die Gestaltung der Länggassstrasse anpassen müssen», sagt Hans-Peter Wyss.

Einsprachen vor fünf Jahren

Das wäre der dritte Anlauf für eine verkehrsberuhigte Länggassstrasse. Aufgrund von Einsprachen des Länggass-Leists und von Pro Velo Bern entschied das Verwaltungsgericht vor fünf Jahren beim ersten Projekt: Die Länggassstrasse sei für Alleebäume, Parkplätze und einen breiten Mittelstreifen zu schmal und gefährlich. Der Quartierleist sorgte sich vor allem um die Sicherheit der Fussgänger.

Pro Velo befürchtete, dass die Velofahrer auf der verengten Strasse an den Rand gedrängt würden und es Zusammenstösse von Velofahrern mit sich öffnenden Autotüren geben könnte. Die Organisation forderte deshalb einen Mindestabstand von 80 Zentimetern zwischen den geplanten Parkplätzen auf dem Trottoir und der Fahrbahn.

Die damaligen Einsprecher seien bei der Ausarbeitung des neuen Projekts einbezogen worden; es sei nun «breit abgestützt», betont Wyss. Eigentlich wäre das Tiefbauamt bereit, für die Pläne ein Baugesuch zu stellen.

Nur: Sollte die Zweckmässigkeitsbeurteilung in den nächsten Monaten ergeben, dass die Stadt einen neuen Tramast bauen soll, wird nichts aus dem Baugesuch. Dann müsste die Stadt wieder mit Planen beginnen und das dritte Projekt für die Länggassstrasse ausarbeiten. (Berner Zeitung)

Erstellt: 28.02.2017, 06:49 Uhr

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