Zum Hauptinhalt springen

Ex-Fussballboss ist gegen die alte Feuerwehrkaserne

Der frühere Präsident des Schweizerischen Fussballverbandes, Ralph Zloczower (82), hat gegen die Zwischennutzung in der alten Feuerwehrkaserne Viktoria in Bern Einsprache erhoben. Ihn stört das Restaurant.

Will das Breitenrainquartier angeblich vor Lärm und Verkehr schützen: Ralph Zloczower.
Will das Breitenrainquartier angeblich vor Lärm und Verkehr schützen: Ralph Zloczower.
Urs Baumann

Acht Einsprachen sind derzeit noch hängig gegen die Zwischennutzung in der alten Feuerwehrkaserne an der Viktoriastrasse in Bern. Wie der «SonntagsBlick»enthüllt, stammt eine davon von Ralph Zloczower. Der ehemalige Präsident des Schweizerischen Fussballverbandes (bis 2009) stört sich an dem Restaurant, das sich in der grossen Halle einnisten will.

Lärm und Verkehr

«Der Betrieb ist weder notwendig, noch erwünscht», soll der gebürtige Berner Zloczower in seiner Einsprache geschrieben haben. Das Breitenrainquartier sei durch Kursaal und Gewerbeschule viel Lärm ausgesetzt. «Durch den publizierten Restaurationsbetrieb, mit vor allem jungen Leuten, wird diese Belastung markant steigen.» Auch mehr Verkehrsaufkommen fürchtet Zloczower.

Indes: Der heute 82-Jährige wohnt mehrere Fahrminuten vom Areal entfernt und wäre von allfälligen Lärmemissionen kaum direkt betroffen. Einsprachen wie jene des früheren Verbandsbosses nerven die Initianten der Umnutzung natürlich. «Lächerlich» seien die Begründungen teilweise, findet zum Beispiel Adrian Iten, Inhaber des Café Adrianos, das in der Kaserne eine Kaffeebrennerei betreiben möchte. Er sei gespannt, ob gewisse Einsprachen überhaupt zulässig seien. Damit ist wohl auch jene von Zloczower gemeint.

Weil Zloczowers Söhne eine Liegenschaft in der Nähe des Kasernenareals besitzen und ihm selbst vertraglich eine Nutzung zugesichert ist, sei die Beschwerde aus juristischer Sicht gerechtfertigt, urteilt der «SonntagsBlick».

Schon im Jahr 2001 hatte Zloczower mit einer Einsprache für rote Köpfe gesorgt: Indem er sich gegen ein Multiplexkino im Wankdorf wehrte, brachte er den Bau des gesamten neuen Stadions in Gefahr. Dies obschon er selbst einmal YB-Präsident gewesen war und zum damaligen Zeitpunkt noch der Nationalliga vorstand.

YB-Fantreff?

Womöglich sind die Young Boys, wenn auch nur deren Fans, auch dieses Mal betroffen. Gemäss der Boulevardzeitung bestehen Pläne, in der alten Feuerwehrkaserne einen Fantreff einzurichten. Angeblich hätten die Verantwortlichen aber Bedenken, die Idee könnte nur zusätzliche Einsprachen nach sich ziehen und das Projekt unnötig verzögern.

Anfang 2016 will das Regierungsstatthalteramt entscheiden, ob die Einsprachen gutgeheissen werden. Betrieb herrscht in der Kaserne trotzdem schon: Manche Projekte unterliegen keiner Baubewilligung, so etwa eine Reparaturwerkstatt. Und dass das Interesse aus der Bevölkerung gross ist, wurde angesichts der hohen Anzahl Besucher am Tag der offenen Tür am Samstag verdeutlicht.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch