Erich Hess will neue Nationalhymne boykottieren

An der diesjährigen 1.August-Feier der Stadt Bern wird eine alternative Nationalhymne gesungen. Das bringt SVP-Nationalrat Erich Hess auf die Palme – er will das Lied boykottieren.

Dass die Stadt Bern an der Bundesfeier die neue Nationalhymne singen lässt, findet SVP-Nationalrat «eine absolute Frechheit».

Dass die Stadt Bern an der Bundesfeier die neue Nationalhymne singen lässt, findet SVP-Nationalrat «eine absolute Frechheit».

(Bild: Keystone)

Freiheit, Unabhängigkeit und Frieden statt Vaterland, Morgenrot und Strahlenmeer: Verglichen mit dem traditionellen Schweizerpsalm kommt der Text der «neuen» Nationalhymne deutlich weniger pathetisch daher.

Dies ganz bewusst: Weil die Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft (SGG) den Text der bisherigen Nationalhymne nicht mehr zeitgemäss fand, lancierte sie 2014 einen Wettbewerb. Das Ziel: eine neue, alternative Hymne für die Schweiz.

«Absolute Frechheit»

Diese kommt am 1. August nun zum Einsatz: Auf die Bitte der SGG hin haben sich mehrere Schweizer Gemeinden dazu bereit erklärt, an ihrer Bundesfeier anstatt der dritten Strophe der Originalfassung das neue Lied zu singen – auch die Stadt Bern.

Das bringt SVP-Nationalrat Erich Hess auf die Palme: «Es ist eine absolute Frechheit, was sich die Stadt erlaubt», sagt Hess gegenüber dem «Bund». Dass am traditionellen Schweizerpsalm herumgeschraubt werde, störe ihn.

Für Kopfschütteln sorgt bei Hess zudem, dass im neuen Text die Religion keinen Platz mehr hat. «Wir sind ein christlich-abendländisches Land, in dem die Mehrheit Weihnachten und Ostern feiert», sagt er.

Hess will Festzelt verlassen

Den Schweizer Nationalfeiertag verderben lassen will sich Hess wegen der Sache nicht und – er wird trotz allem an der Feier auf dem Münsterplatz teilnehmen. Für ihn ist jedoch klar, dass er bei der dritten Strophe das Zelt verlassen wird. «Das singe ich auf keinen Fall.»

So tönt die «neue» Schweizer Nationalhymne:

cha

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