Erdrutsch rüttelt an Ortsplanung

Plaffeien

Das seit langem überbaute Gebiet in der Gassera in Schwarzsee soll nach ­neuem Raumplanungsgesetz plötzlich nicht mehr als legale Bauzone gelten. Das bringt die Gemeinde in Bedrängnis.

«Unbegreiflich und nicht nachvollziehbar»: Der Plaffeier Ammann Otto Lötscher zur Ortsplanung (Archivbild).

«Unbegreiflich und nicht nachvollziehbar»: Der Plaffeier Ammann Otto Lötscher zur Ortsplanung (Archivbild).

(Bild: Ellena Aldo/FN)

«Das ist für uns unbegreiflich und nicht nachvollziehbar», sagt der Plaffeier Ammann Otto Lötscher. Seine Aussage bezieht sich auf die Vorprüfung der Ortsplanung, welche die Gemeinde vor kurzem, nach zweieinhalb Jahren Bearbeitungszeit, vom Kanton Freiburg zurückerhalten hat. Eine Forderung des Bau- und Raumplanungsamtes verlangt, dass das Quartier Gassera und einige weitere Parzellen in der Ortsplanungsrevision als Neueinzonungen eingestuft werden. Das klingt paradox, stehen auf einem Teil dieser Parzellen doch schon seit langem Häuser.

Grund des Paradoxons ist die Natur: 1994 wurde dem Kanton eine revidierte Version des Ortsplans Schwarzsee vorgelegt. Dann kam aber der Erdrutsch Falli Hölli und machte eine Analyse der kantonalen Gefahrenkarten nötig – diese sollte künftig in die Ortsplanungen einfliessen. Deshalb genehmigte der Kanton nur einen Teil des Baugebietes von Plaffeien und forderte die Gemeinde auf, ihre Planung erneut zu überarbeiten. Gefordert, getan: 2002 wurde dem Kanton eine neue Ortsplanung für Schwarzsee präsentiert. Doch auch dieses Mal riet man der Gemeinde, mit der Einreichung zu warten, bis die Gefahrenkarte fertig überarbeitet sei.

Kanton ändert seine Meinung

Solange konnte der Wohnbau jedoch nicht warten. Damit das Quartier Gassera gebaut werden konnte, holte die Gemeinde deshalb beim Kanton die Erlaubnis ein, das Gebiet unter einer sogenannten «Vorwirkung der Pläne» weiterzuentwickeln. «Der Kanton hat danach die Erschliessung, den Detailbebauungsplan und auch jedes einzelne Baugesuch genehmigt – ohne je etwas zu beanstanden», sagt Lötscher. Heute stehen in Gassera 15 Häuser.

Nun jedoch betrachtet der Kanton diese Bauzone nicht mehr als genehmigt. Er stützt sich dabei auf das neue eidgenössische Bau- und Raumplanungsgesetz und das damit verbundene Bauzonenmoratorium, mit dem die Klausel «Vorwirkung der Pläne» nicht mehr wirksam ist. Will Plaffeien die besagten Quartiere in der Bauzone also behalten, muss die Gemeinde an anderer Stelle die gleiche Fläche auszonen. «Das ist eine unmögliche Situation», sagt Otto Lötscher. «Wir können diese Häuser ja nicht abreissen.»

Die Gemeinde verlangt nun, dass der Kanton auf seinen Entscheid zurückkommt und die betroffenen Gebiete als «altrechtliche Bauzonen» akzeptiert. «Wir hoffen, dass es eine Lösung gibt. Schliesslich ist es nicht unsere Schuld, dass der Ortsplan Schwarzsee damals nicht genehmigt werden konnte.»

im/sm

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