Endlich Wasser in Sicht

Bern

Die geplante 50-Meter-Schwimmhalle kommt aufs Neufeld. Damit wird dort der bestehende «Sportcluster» verdichtet. Auf dem Mittelfeld, laut Evaluation ebenfalls ein «Topstandort», bleibt dafür mehr Platz für Wohnungen oder Grünraum.

Nun ist klar, wo die neue 50-Meter-Schwimmhalle gebaut wird: Die Berner Stadtregierung hat sich für das Neufeld entschieden.<p class='credit'>(Bild: Fotolia)</p>

Nun ist klar, wo die neue 50-Meter-Schwimmhalle gebaut wird: Die Berner Stadtregierung hat sich für das Neufeld entschieden.

(Bild: Fotolia)

Christoph Hämmann

Mehrere Generationen haben sich am Projekt einer neuen 50-Meter-Schwimmhalle für die Stadt Bern die Zähne ausgebissen. Auch Franziska Teuscher (GB) brauchte dreieinhalb Jahre im Gemeinderat, ehe sie am Freitag verkündete: Die Schwimmhalle wird auf dem Neufeld gebaut. «Dieses Mal schaffen wir es», sagte sie vor den Medien.

Den letzten Anlauf hatte Teuscher 2013 eigenhändig abgewürgt. Im Gaswerkareal, vom vormaligen Gemeinderat als Stand­ort bestimmt, stockte die Planung, eine schlaue Verkehrserschliessung schien unmöglich. Sie prüfte noch einmal Varianten und entschied vor zwei Jahren: Die Schwimmhalle kommt in die Länggasse, ent­weder aufs Mittel- oder aufs Neufeld auf der anderen Seite der Neubrückstrasse.

Kosten: 55 bis 70 Millionen

Sie habe nicht mit einem Spaziergang gerechnet, so Teuscher. «Aber dass allein die Standort­suche sich so schwierig gestalten würde, das hätte ich nicht gedacht.» Am Ende konnte sie dem Gemeinderat «die Qual der Wahl zwischen zwei Topstandorten» präsentieren.

Beim Mittelfeld nahm das Stimmvolk vor einem Monat den Zonenplan an, womit dort Wohnungen und eine Schwimmhalle hätten geplant werden können. Doch auch beim Neufeld war der Durchbruch im Bereich Tennisanlage / alte Buswendeschlaufe gelungen: Der Vorstand des TC Neufeld bietet Hand, die Tennisplätze rund um die Halle neu anzuordnen; auch mit der Burger­gemeinde – Grundeigentümerin der Tennisanlage – und mit dem Kanton werden Entwicklungsvereinbarungen abgeschlossen.

Je nach Grösse und Platzierung der Halle – beides soll in einem Wettbewerb oder Studienauftrag ermittelt werden – müsste nämlich das Kunstrasenfeld neben dem Uni-Institut für Sportwissenschaft neu angelegt werden.

Kostenschätzungen für die Schwimmhalle seien noch zu unpräzis, als dass sie beim Standortentscheid ausschlaggebend gewesen wären. Hochbau Stadt Bern rechnet mit 55 bis 70 Millionen Franken. Das Geld sei in der mittelfristigen Finanzplanung eingestellt. Ob sich andere Gemeinden, Kanton oder Bund am Bau beteiligen, ist offen. Ein Projektierungskredit soll dem Stadtrat noch 2016 vorgelegt werden. Frühestens 2017 kann das Volk über das Projekt abstimmen.

Freude von links bis rechts

Leichtathletik, Fussball, Tennis, Unisport – ergänzt mit einer Schwimmhalle wird das Neufeld laut Teuscher zum veritablen «Sportcluster». Dies biete Chancen für gemeinsame Nutzungen, etwa von Garderoben, Parkplätzen oder eines Restaurations­betriebs. Dass auf dem Mittelfeld mehr Wohnungen gebaut werden können oder mehr Grünraum erhalten bleibt, trug ebenfalls zum Entscheid für das Neufeld bei.

Der Bedarf nach zusätzlicher Fläche ist in der Stadt Bern weitgehend unbestritten. «Es braucht doppelt so viel wie heute», sagte Christian Bigler, Leiter des Sportamts. Ihm schwebt neben dem 50-Meter-Becken ein «Multifunktionsbecken» vor, dessen Tiefe je nach Nutzung angepasst werden kann.

Ob in der Halle weitere Angebote wie Sportmedizin oder Fitness eingerichtet werden, ist fraglich. Laut Teuscher wäre dies «nice to have»; der Auftrag des Gemeinderats sei aber in erster Linie, mehr Hallenbad­fläche zur Verfügung zu stellen.

FDP, SP und GB reagierten erfreut auf den Entscheid. Die FDP nimmt für sich in Anspruch, mit ihrer erfolgreichen Hallenbad-Initiative den Druck aufgebaut zu haben, dass endlich ein Standortentscheid gefällt wurde. Die SP verlangt ein Mobilitätskonzept, das GB hohe ökologische Standards.

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